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13. Mai 2020 | 16:15 Uhr
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Tourismusverbände fordern Gipfeltreffen im Kanzleramt

Reisebranche sendet SOS: BTW, Dehoga, DRV, DTV, IHA, RDA und VIR wollen im Rahmen eines Tourismusgipfels unter Leitung der Bundeskanzlerin einen Rettungsfonds mit schnellen, direkten Finanzhilfen erreichen. Wenn nicht sofort Hilfe komme, sei die Tourismuswirtschaft am Ende, so der Tenor des Hilferufs.

Frenzel Michael BTW Präsident

BTW-Präsident Michael Frenzel: "Ohne direkte Finanzhilfen werden wir es nicht schaffen"

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, wir müssen reden", schreibt Michael Frenzel (Foto), Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). "Wir sehen uns mit einer Krise dramatischen Ausmaßes konfrontiert, in der wir schnellstmöglich Hilfe benötigen. Ein beträchtlicher Teil des deutschen wirtschaftlichen Mittelstands läuft Gefahr innerhalb weniger Wochen komplett wegzubrechen. Über eine Million Arbeitsplätze sind unverschuldet in Gefahr geraten. Die Rücklagen sind aufgebraucht. Ohne einen Rettungsfonds mit schnellen, direkten Finanzhilfen werden wir es nicht schaffen", so Frenzel weiter.  

Branche mit Rückerstattungen überfordert

DRV-Chef Norbert Fiebig unterstreicht in einem Statement die besondere Dramatik der Situation für die Reisebranche: "In vielen Wirtschaftszweigen, etwa im Einzelhandel, konnte ab dem Tag des "Shutdowns" de facto kein Umsatz mehr generiert werden. Um ein Vielfaches dramatischer stellt sich aber die Lage von Reisebüros und Reiseveranstaltern dar. Hier wurden bereits abgeschlossene Buchungen aufgrund der Reisewarnung nachträglich annulliert – was enorme Rückerstattungsforderungen der Kunden zur Folge hatte. Dies hat, neben dem komplett weggebrochenen Neugeschäft, die finanzielle Belastbarkeit der Reisebüros und Reiseveranstalter deutlich überfordert. Sie leiden noch zusätzlich unter der Planungsunsicherheit und der fehlenden Perspektive zur Öffnung touristischer Destinationen.“

Überleben der Tourismuswirtschaft steht auf dem Spiel

Auf einem Tourismusgipfel müsse aus Sicht der Verbände vor allem diskutiert werden, welche auf die Tourismus- und Reisewirtschaft, Busunternehmen, Hotellerie, Gastronomie und die Vielfalt des Deutschlandtourismus zugeschnittenen finanziellen Unterstützungsmaßnahmen aufgelegt werden müssen, um das Überleben der Branche zu sichern, heißt es in der Erklärung.

Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, sieht viele Akteure rund um die Tourismuswirtschaft in existenzieller Not: „Gerade die Vielfalt unserer Branche macht spezielle und passgenaue Fördermaßnahmen unerlässlich. Aber die Vermieter von Ferienwohnungen, die Betreiber von Campingplätzen, die Gästeführer, Schausteller und viele andere Akteure – für sie gibt es auch nach acht Wochen keine Unterstützung und sie stehen daher vor dem Ende ihrer wirtschaftlichen Existenz. Wir brauchen einen Rettungsschirm und ein wirksames Konjunkturprogramm. Tourismus muss endlich Chefsache sein!“

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