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4. Juni 2020 | 15:32 Uhr
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Touristische Verbände kritisieren Rettungspaket

Das Konjunkturpaket enthalte zwar "einige kleinere positive Elemente", sei aber im Hinblick auf die prekäre Lage der Touristik nicht ausreichend, sagen DRV-Präsident Norbert Fiebig (Foto) und zahlreiche Verbände der Branche. Unter anderem sei der Zeitraum von drei Monaten, in dem nicht rückzahlbare Überbrückungshilfen fließen sollen, viel zu kurz.

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Zu den Absendern des Schreibens zählen unter anderem der Dachverband BTW, der DRV, der Mittelstandsverband ASR sowie der Online-Verband VIR, aber auch Organisationen wie das auf nachhaltigen Tourismus ausgerichtete Forum anders reisen. Sie werfen der Bundesregierung, die am Mittwoch en Konjunkturpaket verabschiedete, dass neben einem für sechs Monate um drei Prozent reduzierten Mehrwertsteuersatz auch Überbrückungshilfen für von Umsatzrückgängen betroffene Unternehmen vorsieht, vor, dass sie "weiterhin die dramatischen Auswirkungen der Pandemie auf den gesamten Tourismus verkenne". Die Große Koalition müsse "deutlich nachbessern", damit nicht viele Unternehmen in Existenznot gerieten.

Unter anderem reichten die geplanten Summen pro Betrieb, die je nach Größe zwischen 9.000 und 15.000 Euro liegen sollen, in "begründeten Ausnahmefällen" aber auch bis zu 150.000 Euro über den vorgesehenen Zeitraum von drei Monaten betragen können, nicht aus, heißt es weiter. Überbrückungshilfen für drei Monate griffen zudem in der Touristik "deutlich zu kurz". Vielmehr sei "eine Ausweitung auf sieben Monate zwingend notwendig".

Immense Sorgen bereite der Tourismuswirtschaft, dass das Konjunkturpaket keine Lösung für die im Zuge der Coronakrise stornierten Reisen beinhalte, so die Verbände. Hier sehe die Politik "tatenlos zu, wie von der Coronakrise massiv betroffene Unternehmen sehenden Auges gegen die Wand fahren". Sie bräuchten dringend einen ergänzenden kreditbasierten Rückzahlungsfonds für die geleisteten Kundengelder. Dieser ist offenbar weiter im Gespräch, wurde aber am Mittwoch nicht verabschiedet.

Lob und Tadel

In einer separaten Mitteilung erklärt DRV-Chef Norbert Fiebig, das verabschiedete branchenübergreifende Programm gelte zwar auch für Reisebüros, Reiseveranstalter und alle die anderen Unternehmen, die in der touristischen Wertschöpfungskette tätig seien. Es reiche aber „bei weitem nicht aus, um das Überleben vieler Unternehmen der Reisewirtschaft zu sichern“.

Insgesamt positiver sieht Marija Linnhoff, Chefin des Reisebüroverbandes VUSR, der nicht zu den Unterzeichnern des Schreibens gehört, das Paket der Bundesregierung. Sie glaubt, dass das Rettungspaket den Reisebüros Spielräume biete. Zudem geht sie davon aus, dass die Deckelung der Beträge der Überbrückungszahlungen für diese nicht gelte, denn der Koalitionsbeschluss sehe vor, dass die Beträge „in begründeten Ausnahmefällen" höher ausfallen könnten. Dieser "Ausnahmefall" sei beim stationären Vertrieb gegeben.

Zudem sieht Linnhoff die Möglichkeit, dass auch die Mitarbeitergehälter in die Berechnung der Betriebskosten der Reisebüros einfließen könnten. Denn diese seien zwar derzeit in Kurzarbeit, würden aber eigentlich benötigt, weil die Reisebüros derzeit nicht wenig Arbeit hätten, sondern lediglich keine Einkünfte.

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