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TUI Cruises muss Kanarenreise nach Kollision absagen

Nach der Kollision mit einem Containerschiff in Bremerhaven muss die Mein Schiff 3 in die Werft. TUI Cruises hat die geplante 20-tägige Kanarenreise abgesagt. Für mehr als 2.400 Gäste bedeutet das die vorzeitige Heimreise. Der Vorfall wirft indes Fragen zum Auslaufmanöver des Kapitäns während des Sturms auf. Wurden die Wetterbedingungen unterschätzt?

Das beschädigte Kreuzfahrtschiff liegt weiterhin an der Pier. Die Schäden machen nach Angaben der Reederei kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich.

„Wir bestätigen, dass es beim Auslaufen der Mein Schiff 3 am späten Nachmittag des 25. Oktober in Bremerhaven zu einer Kollision mit zwei Containerschiffen gekommen ist“, teilte TUI Cruises gegenüber Reise vor9 mit. Zugleich betonte das Unternehmen, die Sicherheit von Gästen und Crew habe höchste Priorität. Nach aktuellem Kenntnisstand sei niemand verletzt worden.

Unmittelbar nach dem Vorfall hätten technische Teams und Experten mit einer umfassenden Untersuchung des Schiffes begonnen. Die Entscheidung, die Reise abzusagen, sei schwergefallen, aber aus Sicht der Reederei unumgänglich gewesen, um die Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Wann die Mein Schiff 3 wieder einsatzbereit ist, steht noch nicht fest. Auch mögliche Auswirkungen auf die Folgereisen werden geprüft.

Das Ausmaß der Schäden ist erheblich. Nach vorliegenden Berichten sind mehrere Rettungs- und Tenderboote zerstört oder schwer beschädigt. Auch der Rumpf auf der Steuerbordseite im vorderen Bereich, Relings, Glasscheiben und Teile der Brückennock wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Hat der Kapitän möglicherweise den starken Wind unterschätzt?

Neben den technischen Folgen und dem entstandenen Sachschäden stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen das Auslaufmanöver begonnen wurde. In der Region herrschten an dem gesamten Wochenende starke Herbstwinde. Wurden deren Stärke und mögliche Auswirkungen auf die Manövrierfähigkeit der Schiffe ausreichend berücksichtigt? Oder hätte der Kapitän das Auslaufen angesichts der Wetterlage verschieben müssen? Jedenfalls besteht Aufklärungsbedarf. Die Wasserschutzpolizei hat ihre Arbeit aufgenommen, um den Unfall aufzuklären, Nach Informationen von RTL ermittelt sie dabei auch gegen den Kapitän der Mein Schiff 3.

Von der Absage sind mehr als 2.400 Passagiere betroffen, die bereits in Bremerhaven eingecheckt hatten. TUI Cruises will die Gäste bei den nächsten Schritten unterstützen und sie über die weiteren Abläufe informieren. Der Reisepreis wird den Gästen vollständig erstattet. Gleichzeitig bietet die Reederei den Passagieren für eine zukünftige Reise eine zusätzliche Kulanzregelung an, heißt es.

Reisebüros indes können mit der Auszahlung der Provision für die abgebrochene Reise rechnen. "Wir können bestätigen, dass die für die betroffene Reise bereits gezahlten Provisionen der Reisebüros ihre Gültigkeit behalten", sagt eine Sprecherin gegenüber Reise vor9.

Pascal Brückmann