TUI setzt in Spanien auf neue Quellmärkte
Spanien spielt in der Strategie von TUI weiter eine Schlüsselrolle. Konzernchef Sebastian Ebel (Foto) sieht dort trotz hoher Preise ein "signifikantes Wachstum", wie er dem spanischen Fachportal Hosteltur sagte. Sinkende Nachfrage aus Zentraleuropa soll durch neue Quellmärkte wie Polen, Tschechien, Rumänien und Lateinamerika ausgeglichen werden.
TUI Group
Sebastian Ebel sieht für den spanischen Tourismusmarkt Wachstumspotenzial, allerdings weniger aus Deutschland
Südafrika: Eine außergewöhnlich verkaufsstarke Destination
Südafrika bietet Reisebüros ein überzeugendes Gesamtpaket: außergewöhnliche Erlebnisse, eine hohe emotionale Bindung und große Vielfalt sowie ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. All das spiegelt die aktuelle internationale Kampagne "Come Find Your Joy – Finde, was dich glücklich macht – in Südafrika", die Reisebüros nun im Verkauf unterstützt. Reise vor9
Spanien habe für TUI strategische Bedeutung sagt Ebel im Interview mit Hosteltur. Der Markt diene dem Konzern als Hub für Südeuropa und als Brücke nach Lateinamerika. In einem herausfordernden europäischen Umfeld zählt Spanien nach seiner Einschätzung zu den Regionen mit anhaltender Dynamik – auch bei steigenden Preisen.
Ebel rechnet damit, dass eine flachere Nachfrage aus Zentraleuropa durch andere Herkunftsmärkte kompensiert wird. Wachstum komme aus Osteuropa, etwa aus Polen, Tschechien und Rumänien, aber auch aus Lateinamerika. "Ein deutscher Gast, der fehlt, wird durch einen tschechischen ersetzt", sagt Ebel. Der Markt reguliere sich selbst, am Ende entscheide der Kunde über Preis und Ziel.
Spanien als reifer, aber stabiler Markt
Ein starkes Wachstum über neue Hotels erwartet TUI in Spanien nicht. Das Land sei ein reifer Markt mit begrenzten Expansionsmöglichkeiten. Dennoch bleibt Spanien mit mehr als 100 Hotels der größte Standort im Konzern. Für 2026 sind zwei Neueröffnungen geplant, eine in Jerez und eine nahe Málaga.
Spanien bleibt laut Ebel besonders attraktiv für Familien und für qualitätsorientierten Tourismus. Preissteigerungen könnten jedoch preissensible Segmente treffen. Familien mit geringerem Budget wichen teils auf günstigere Destinationen wie die Türkei oder Ägypten aus. Das sei kein grundsätzliches Problem für Spanien, da andere Märkte nachrückten. Zudem arbeite TUI mit spanischen Hoteliers an wettbewerbsfähigen Familienangeboten.
Akzeptanz vor Ort als Maßstab
Mit Blick auf die Diskussion um Overtourism betont Ebel die Bedeutung der lokalen Akzeptanz. Wenn sich Einheimische unwohl fühlten, wirke sich das auch auf das Gästeerlebnis aus. TUI setze deshalb auf gebündelte Transfers, lokale Lieferketten und die Beschäftigung lokaler Arbeitskräfte. Ziel sei ein Tourismusmodell, von dem sowohl Gäste als auch Regionen profitieren.
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