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28. Februar 2020 | 16:04 Uhr
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TUI und Alltours ändern Stornobedingungen

Angesichts der Coronavirus-Krise modifizieren Reiseveranstalter kurzfristig die Stornobedingungen, um ein weiteres Einbrechen der Nachfrage zu verhindern. Kunden von TUI und Alltours können im Sommer geplante Reisen bis 14 Tage vor dem Start umbuchen. TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak (Foto) will Kunden damit mehr Sicherheit geben.

Andryszak Marek

TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak will die Sommerbuchungen durch neue Stornobedingungen wieder ankurbeln

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Im Zuge der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Covid-19 wächst die Sorge der Veranstalter um ihre Sommerbuchungen. Mit TUI und Alltours haben nun zwei große Anbieter ihre Stornobedingungen für Neubuchungen dahingehend geändert, dass Kunden bis 14 Tage vor der Anreise kostenlos umbuchen oder stornieren können. Auch FTI und Schauinsland sollen ihre Stornobedingungen geändert haben, berichtet die "FVW". Und es ist zu erwarten, dass weitere Anbieter dem Beispiel folgen.

Die Regelung gilt bei TUI vorerst für Neubuchungen bis zum 18. April und bei Alltours für Buchungen bis zum 30. April. Sie umfasst sämtliche Reisen bis zum Ende der Sommersaison am 31. Oktober. Alltours schränkt die geänderten Stornobedingungen auf Buchungen für Alltours Flugreisen ein. Die Marken Alltours-X und Byebye sowie Buchungen mit Linienflügen seien davon ausgeschlossen, heißt es.

Buchen ohne Risiko

Auf diese Weise sollen Kunden ihre Sommerreisen, für die die wichtigste Buchungsphase noch läuft, ohne wirtschaftliches Risiko sozusagen "auf Verdacht buchen können. "Die Reiseentscheidung können wir unseren Urlaubern nicht abnehmen. Wir können ihnen jedoch die Gewissheit eines hochprofessionellen Krisenmanagements und ab sofort auch die Sicherheit beim Buchen geben", sagt Marek Andryszak, Vorsitzender der Geschäftsführung TUI Deutschland. Gleichzeitig wolle TUI damit "auch ihre Reisebüropartner in dieser beratungsintensiven Zeit bestmöglich unterstützen", so Andryszak.

Alltours hatte bereits vor der offiziellen Absage der ITB angekündigt, dass das Team des Veranstalters der Messe wegen der gesundheitlichen Gefahren durch das Coronavirus fernbleiben werde. Dem Optimismus von Unternehmenschef Willi Verhuven für das laufende Geschäftsjahr tat die Epidemie aber offensichtlich keinen Abbruch. "Wir werden unser Planziel von 20 Prozent mehr Gästen erreichen und damit erstmals über zwei Millionen Gäste jährlich in den Urlaub schicken," ließ er am Freitag mitteilen.

Optimistische Szenarien auf dem Prüfstand

Hoffnungsträger  ist für Alltours, wie für die übrigen Großveranstalter auch, das Aus von Thomas Cook. Schon vor Erscheinen der Sommerkataloge hatte Alltours die Angebotspalette erweitert und das Hotelangebot weltweit um 30 Prozent auf über 20.000 Hotels ausgebaut. Nach dem Thomas-Cook-Konkurs sei das Alltours-Programm noch einmal um mehrere Hundert Hotels erweitert worden, darunter über 90 Prozent der bisher von Thomas Cook angebotenen Exklusivhotels, so Verhuven.

Aktuell verzeichneten die Alltours-Marken im laufenden Winter ein Umsatzplus von 20 Prozent, für den Sommer 25 Prozent, erklärt der Alltours-Chef. Insgesamt erwarte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019/2020 "über 23 Prozent Umsatzzuwachs". Auch TUI hatte bereits mehrfach kundgetan, der Konzern rechne angesichts der Thomas-Cook-Pleite mit einer halben Million zusätzlichen Gästen. Beide Planungen müssen nun einen schweren Belastungstest bestehen.

Christian Schmicke

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