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12. März 2024 | 15:30 Uhr
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TUI verständigt sich mit Betriebsrat zu KI-Einsatz

Der TUI-Konzernvorstand hat mit dem Konzernbetriebsrat des Unternehmens ein gemeinsames "politisches Papier" zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verabschiedet. Man wolle einen "offenen, chancengetriebenen Umgang" mit KI-Technologien pflegen, von dem "Unternehmen und Mitarbeitende gleichermaßen profitieren", heißt es.

Künstliche Intelligenz

Innerhalb des TUI-Konzerns gibt es ein Agreement zum Einsatz von KI

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Der Einsatz künstlicher Intelligenz und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt sind derzeit heiß diskutierte Themen. Wird uns KI das Leben erleichtern und es uns ermöglichen, statt langweiliger Routineaufgaben sinnstiftende, kreative Tätigkeiten auszuüben? Oder machen wir uns mittels KI-Einsatzes selbst überflüssig. Diese Fragen bewegen in der Touristik, in den Medien, aber auch in vielen anderen Branchen die Beschäftigten.

Das TUI-Management hat nun gemeinsam mit dem Betriebsrat ein gemeinsames Papier verfasst, in dessen Mittelpunkt nach Angaben der Akteure "die Potenziale der KI und ihre Auswirkungen für die Mitarbeitenden" stehen. Das Papier formuliere erstmals Leitplanken für die Einführung und Anwendung von KI bei TUI, teilt das Unternehmen mit. Man wolle damit "ein Zeichen für den offenen, chancengetriebenen Umgang mit KI-Technologien setzen, von dem Unternehmen und Mitarbeitende gleichermaßen profitieren".

Qualifikation als Schlüssel

Ein Schwerpunkt des Papiers liegt laut TUI auf der Qualifizierung von Mitarbeitern, um sie fit für eine von KI geprägte Arbeitswelt zu machen. Insbesondere Anwendungen, die auf generativer KI basieren, sollen zu Effizienz- und Produktivitätssteigerungen führen. Mit umfangreichen Weiterbildungsangeboten werde TUI die Mitarbeiter in die Lage versetzen, sich frühzeitig mit deren Potenzialen auseinanderzusetzen und sie im eigenen Arbeitsbereich zu testen und einzuführen. Das Interesse an solchen Angeboten sei bereits vorhanden, wie die Einführung von zwei ersten E-Learnings zum Thema "Generative Künstliche Intelligenz" zeige. Sie seien innerhalb von drei Wochen von fast 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgerufen worden, teilt der Konzern mit. 

TUI werde künstliche Intelligenz in den eigenen Systemen wie im täglichen Arbeitsablauf umfassend nutzen, sagt Personalchefin Sybille Reiß. Wichtig sei es, dass die Beschäftigten mit den technologischen Innovationen Schritt halten können. KI ersetze keine Jobs, sondern bestimmte Aufgabe, so Reiß, die hinzufügt: "Deshalb setzen wir für unsere Beschäftigten auf die Qualifizierung hin zu höherwertigen Aufgaben." Das Zukunftsthema KI solle "offen und angstfrei" gestaltet werden, versichert sie.

Die letzte Entscheidung trifft ein Mensch

Auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Frank Jakobi, zeigt sich zufrieden. Man werde das Potenzial der künstlichen Intelligenz für TUI "verantwortungsbewusst und chancenorientiert" nutzen. Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen bei TUI würden sich durch die Einführung und Nutzung von KI nicht verschlechtern. KI solle zu einer diversen, fairen Arbeitswelt, frei von Diskriminierung, beitragen. Dabei gelte immer: "Die letzte Entscheidung trifft ein Mensch." Dies gelte für sämtliche Prozesse, die Beschäftigte und Bewerber betreffen – von der Bewerbung und Einstellung über die persönliche Karriereplanung bis hin zu Qualifikationsmöglichkeiten, Entwicklungschancen und Gehaltsentwicklungen. 

Im Papier sei eine umfassende und regelmäßige Information sowie Einbindung der Arbeitnehmervertreter bei der Einführung neuer KI-Anwendungen vereinbart worden, erklärt TUI in einer Mitteilung. Ein paritätisch – mit Vertretern des Unternehmens und der Arbeitnehmerseite – besetztes KI-Beratungsteam werde zukünftig technische Fortschritte, aber auch die damit einhergehenden ethischen Fragestellungen begleiten. Das Gremium soll darüber hinaus auf den Gesundheitsschutz, insbesondere mit Blick auf Software-Ergonomie und mögliche psychische Belastungen, achten.

Günstiger Zeitpunkt 

Für TUI ist der Zeitpunkt günstig, um mit der Belegschaft in den Dialog über Zukunftsthemen zu treten. Die Geschäfte laufen gut und die Stellenabbau-Szenarien, die vor und während der Corona-Krise die Stimmung in der Belegschaft oft prägten, sind wohl erst einmal vom Tisch. Zudem wirkt der Umgang zwischen den Unternehmensspitzen und den übrigen Beschäftigten – zumindest aus der Außenperspektive – vertrauensvoller als in vielen Phasen in der Vergangenheit.

Spannend wird sein, ob das Wir-Gefühl in Sachen KI auch die nächste Krise überdauert. Die ist derzeit nicht in Sicht, aber wer die Touristik ein bisschen kennt, weiß: Sie kommt bestimmt.

Christian Schmicke

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