Uber streicht weltweit rund zehn Prozent der Stellen
Uber will seine weltweite Belegschaft um rund zehn Prozent verkleinern. Konzernchef Dara Khosrowshahi (Foto) begründet den Schritt nicht mit einer Geschäftsschwäche, sondern mit zu komplexen Strukturen nach Jahren starken Wachstums. Hierarchien und kleine Teams sollen reduziert, Beschäftigte stärker an wenigen Standorten gebündelt werden.
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Uber-Chef Dara Khosrowshahi will mehrere tausend Mitarbeiter entlassen
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Laut dem jüngsten Geschäftsbericht von Ende Juni beschäftigte Uber zuletzt 36.600 Mitarbeiter, davon 22.000 außerhalb der USA. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet nun von 3.300 Entlassungen. Uber hat in den vergangenen Jahren stark expandiert und dabei nach Einschätzung der Konzernführung zu komplexe Strukturen aufgebaut. Khosrowshahi nennt in einem Schreiben an die Belegschaft mehr Hierarchieebenen, einen höheren Abstimmungsbedarf und eine teilweise unklare Zuordnung von Verantwortung als Folgen des Wachstums.
Mit dem Stellenabbau wolle Uber Entscheidungswege verkürzen und Doppelstrukturen beseitigen, schreibt er. Die Zahl der Beschäftigten, die mindestens sieben Hierarchieebenen vom Vorstandschef entfernt sind, werde um 20 Prozent reduziert. Kleine Teams mit nur ein oder zwei Mitarbeitern sollen um fast die Hälfte aufgegeben werden.
Teams und Standorte werden gebündelt
Auch einzelne Geschäftsbereiche werden zusammengelegt. So führt Uber die bislang getrennten operativen Teams für Restaurants, Einzelhandel und Direktvertrieb zusammen. Im Technologiebereich werden ebenfalls Einheiten gebündelt.
Gleichzeitig konzentriert das Unternehmen seine Beschäftigten stärker an bestimmten Standorten. Globale Teams sollen vor allem in New York und San Francisco sitzen, regionale Teams in entsprechenden regionalen Zentren. Die meisten bislang vollständig remote arbeitenden Beschäftigten sollen künftig ins Büro wechseln. Langfristig sollen nur noch rund ein Prozent der Mitarbeiter ausschließlich remote arbeiten. Für hybride Beschäftigte gelten drei Bürotage pro Woche.
Stellenabbau trotz kräftigen Wachstums
Der Konzernumbau erfolgt nicht aus einer akuten Geschäftsschwäche heraus. Uber meldete für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der Bruttobuchungen um 24 Prozent auf 58 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar zu, das bereinigte operative Ergebnis um 33 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.
Khosrowshahi sieht gerade im Wachstum einen Grund für den Umbau. Die Expansion habe Strukturen geschaffen, die für kleinere Geschäftsbereiche sinnvoll gewesen seien, inzwischen aber nicht mehr zur Größe des Unternehmens passten. Die „schlankere“ Organisation solle zugleich Einsparungen bringen, die Uber wieder in Wachstum und Innovation investieren wolle.
Zeitgleich mit der Ankündigung des Stellenabbaus gingen in London die ersten Robotaxis aus einer Partnerschaft von Uber und Wayve auf die Straße. Für Uber gehört der Aufbau des autonomen Geschäfts ausdrücklich zu den Bereichen, auf die künftig mehr Personal und Kapital konzentriert werden sollen.
Christian Schmicke