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29. Dezember 2019 | 20:56 Uhr
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Ufo bezeichnet Lufthansa-Angebot als „Finte“ und streikt

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter hat sich diesmal den Flugbetrieb von Germanwings ausgesucht, die mit etwas 30 Maschinen für Eurowings fliegt. Am Montag, Silvester und Neujahr soll die Lufthansa-Tochter bestreikt werden. Ein Last-Minute-Angebot des Germanwings-Managements lehnt Ufo als „Finte“ ab.

Eurowings A320

30 der rund 140 Eurowings-Flugzeuge werden von Germanwings betrieben

Rund 30 der insgesamt 140 der Eurowings-Flugzeuge werden von Germanwings betrieben. Wie viele und welche Flüge ausfallen, ist unklar. Ursprünglich hatte Eurowings einen Sonderflugplan für die drei Streiktage angekündigt. Auf der Website von Eurowings heißt es derzeit: „Die Passagiere werden gebeten, sich vor Reiseantritt auf eurowings.com oder über die Eurowings Kunden App für Android und iOS über den aktuellen Status Ihres Fluges zu informieren.“

Bei der Auseinandersetzung mit Germanwings geht es unter anderem um das Thema Teilzeit. Hier hatte das Management am Samstag noch angeboten, den Tarifvertrag Teilzeit der Kerngesellschaft Lufthansa zu übernehmen. Doch Ufo lehnte dies strikt ab. „Mit wohlfeilen Formulierungen und Spielchen wird der Öffentlichkeit suggeriert, man erfülle die Forderungen der Kabine“, heißt es von Gewerkschaftsseite. Die sei „mitnichten“ der Fall. Deshalb werde es bei dem Streik bleiben.

Die Fronten zwischen Lufthansa und Ufo sind verhärtet. Es fehle das Vertrauen, sagen Beobachter. Zunächst hatte das Management Ufo als Verhandlungspartner wegen Unregelmäßigkeiten bei deren Vorstandswahl nicht akzeptiert. Ufo sah darin den Versuch, die unbequeme Spartengewerkschaft zu schwächen und Verdi zu stärken. Erst ein Gerichtsbeschluss zwang Lufthansa wieder mit Ufo zu verhandeln.

Dann deutete sich ein Sinneswandel bei Lufthansa an. Die Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens soll nach dem letzten Ufo-Streik eine umfassende Schlichtungsvereinbarung vorgelegt haben, die laut Ufo „auch eine Neuausrichtung der Sozialpartnerschaft zwischen dem LH-Konzern und seinen Mitarbeitern“ beinhaltet habe. Doch dies ging dem Aufsichtsrat offenbar zu weit. Zum Jahreswechsel scheidet Volkens aus dem Vorstand aus.

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