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24. März 2026 | 18:09 Uhr
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United zwischen Kapazitätskürzung und Flottenausbau

United Airlines reagiert auf den Anstieg der Ölpreise mit kurzfristigen Kapazitätskürzungen von rund fünf Prozent. Die Airline hält an ihrer Flottenstrategie fest und will bis April 2028 mehr als 250 neue Jets übernehmen. Konzernchef Scott Kirby schließt Entlassungen, Bestellverschiebungen und Investitionsstopp aus und will trotz Krise auf Wachstum im Premiumsegment setzen.

United Airlines Airbus A321neo Coastliner

Die Airbus A321neo Coastliner sollen zwischen Los Angeles und San Francisco und dem Großraum New York fliegen

Grund für die Kapazitätskürzungen ist der starke Anstieg der Ölpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran. Konzernchef Scott Kirby bereitet das Unternehmen laut Schreiben an die Belegschaft auf ein Szenario vor, in dem der Rohölpreis auf 175 Dollar je Barrel steigt und bis Ende 2027 über 100 Dollar bleibt.

Kurzfristig will United die Kapazität um rund fünf Prozentpunkte senken. Drei Punkte sollen durch gestrichene Flüge in nachfrageschwachen Zeiten kommen, darunter Nachtflüge sowie Verbindungen an Dienstagen, Mittwochen und Samstagen im zweiten und dritten Quartal. Ein weiterer Punkt hängt mit möglichen Beschränkungen am Flughafen Chicago O’Hare zusammen, über die die US-Luftfahrtbehörde FAA und das Verkehrsministerium noch entscheiden.

Kirby betont, United werde weder Mitarbeiter beurlauben noch Flugzeugbestellungen verschieben, Regionaljets als Ersatz einsetzen, Sparprogramme auflegen oder Zukunftsinvestitionen verzögern. Die Nachfrage bewertet der United-Chef ungeachtet der Krise als ungebrochen stark. 2026 sei bislang das stärkste Nachfragejahr der Unternehmensgeschichte. Die zehn umsatzstärksten Buchungswochen habe United in den vergangenen zehn Wochen verzeichnet.

Mehr als 250 neue Flugzeuge bis 2028

Parallel dazu treibt United die Modernisierung der Flotte voran. Bis April 2028 sollen mehr als 250 neue Flugzeuge zur Airline stoßen. Dazu zählen 47 Boeing 787-9 Dreamliner, 40 Airbus A321neo Coastliner, 28 Airbus A321XLR, 119 Boeing 737 Max sowie 18 weitere Airbus A321neo. Damit setzt United das 2021 gestartete Programm "United Next" fort.

Besonders im Fokus steht der Ausbau des Premiumangebots. Die neuen A321XLR und A321neo-"Coastliner" erhalten jeweils 20 Polaris-Business-Class-Sitze mit Privatsphäre-Türen und zwölf Premium-Economy-Sitze. Die XLR sollen auf Strecken nach Europa und Südamerika fliegen und ältere Boeing 757 ersetzen. Die Coastliner sind für Verbindungen von Los Angeles und San Francisco in den Raum New York vorgesehen. Beide Teilflotten sollen schon in diesem Sommer starten. Bis April 2028 rechnet United mit 40 Coastlinern und 28 XLR in der Flotte.

Premiumausbau auch auf Lang- und Regionalstrecken

Auch auf der Langstrecke will United auf ein hochwertigeres Produkt setzen. Die neue Boeing 787-9 startet am 22. April im Liniendienst zwischen San Francisco und Singapur. Sie erhält unter anderem acht Polaris-Studio-Suiten mit 25 Prozent mehr Platz als die bisherigen Business-Class-Sitze, dazu 56 weitere Polaris-Sitze, 35 Premium-Plus-Plätze und 89 Economy-Sitze.

Auf Regionalstrecken führt United zudem die Bombardier CRJ450 ein, eine umgebaute CRJ200 mit 41 Sitzen statt wie bisher 50. Sie erhält sieben Plätze in United First und einen Stauraum für Handgepäck in der First Class statt klassischer Gepäckfächer. Die ersten Maschinen sollen Ende dieses Jahres abheben, vor allem ab Denver und Chicago O’Hare zu kleineren US-Städten.

Christian Schmicke

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