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16. März 2020 | 07:00 Uhr
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Veranstalter arbeiten nach Einreiseverboten an Notfallplänen

Nachdem wichtige Reiseziele wie Spanien, die Türkei, Marokko und die Dominikanische Republik für deutsche Touristen praktisch nicht mehr bereisbar sind, arbeiten die Veranstalter fieberhaft daran, das Dilemma zu bewältigen. TUI und Schauinsland haben ihre Spanien-Reisen bis zum 27. März abgesagt.

Absage

Veranstalter müssen bei vielen laufenden und gebuchten Reisen Hand anlegen

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Schauinsland cancelt darüber hinaus für einen Monat alle Reisen in die Dominikanische Republik, nachdem die Regierung des Karibikstaates von Montagmorgen an für die Dauer von 30 Tagen keine Flüge mehr erlaubt. Weitere Veranstalter äußerten sich auf Anfrage von Reise vor9 bislang nicht zu ihrem Vorgehen. Airlines wie Condor arbeiten für die Dominikanische Republik, ebenso wie für Curaçao und Jamaika, an Rückholflügen beziehungsweise Ersatzflugplänen.

Aus Marokko berichtet die "Süddeutsche Zeitung“ von ratlosen Reisenden, nachdem die dortige Regierung ohne Vorwarnung am Samstag die Grenzen schloss und Flug- und Fährverbindungen in zahlreiche Länder kappte. Auch hier herrscht Handlungsbedarf.

Diesbezüglich weniger dramatisch präsentiert sich die Lage in Spanien und der Türkei. Zwar hat die spanische Regierung am Wochenende den Notstand verhängt, der für die Reisenden eine starke Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit bedeutet. Doch die Rückflüge betroffener Urlauber dürften nicht gefährdet sein. Auch für die Türkei, die ihre Grenzen für deutsche Besucher bis zum 17. April geschlossen hat, sollen die Flugverbindungen aufrecht erhalten werden, um deutschen Reisenden die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.

Debatte um Stornokosten

Hinter den Kulissen bahnt sich offenbar eine brancheninterne Auseinandersetzung darüber an, ob Kunden, die ihre Reise wegen verschärfter Einreisebedingungen seitens der Reiseländer ihre Reise nicht antreten können, grundsätzlich ein Recht auf Erstattung des kompletten Reisepreises zusteht. Erste Reiseveranstalter sollen von der Praxis, diese Reisen grundsätzlich von sich aus abzusagen, abgerückt sein, um von den Kunden die Stornobedingungen laut AGB einzufordern.

Dagegen haben einige Veranstalter von Gruppen- und Studienreisen bereits Nägel mit Köpfen gemacht. So hat Studiosus alle Reisen bis zum 22. März abgesagt. G Adventures setzt weltweit sogar alle Reisen bis zum 30. April aus. Um Stornierungen abzuwenden, bietet der Veranstalter betroffenen Kunden ein 110-prozentiges Reiseguthaben an.

Christian Schmicke

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