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10. März 2021 | 17:17 Uhr
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Verbraucherschützer fordern Aus für Vorkasse und Anzahlungen

"Die wirtschaftlichen Herausforderungen eines Systemwechsels weg von der gängigen Vorkasse-Praxis wären für die betroffenen Anbieter zwar zum Teil groß, aber durchaus zu meistern", erklärt der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) unter Berufung auf ein Gutachten der Hochschule Luzern.

Geldmünzen

Der VZBV fordert ein Ende der Vorkasse-Praxis

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Schon lange ist es den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge, dass bei Flugbuchungen in der Regel der gesamte Preis sofort bei der Buchung und bei Reisepaketen eine Anzahlung zu entrichten ist. Die Konflikte im Zusammenhang mit der Rückzahlung von Kundengeldern für abgesagte Flüge und Reisen in den vergangenen zwölf Monaten bringen dem VZBV für seine Forderung "weg von der Vorkasse hin zur Bezahlung bei Check-in" Rückenwind.

Ein vom VZBV in Auftrag gegebenes Gutachten der Hochschule Luzern soll nun zeigen, welche wirtschaftlichen Effekte sich bei der Umstellung vom Vorkasse-Modell auf Zahlung bei Flug- oder Reiseantritt ergeben. Würde die Bundesregierung die Vorauszahlungspflicht vollständig abschaffen, müssten etwa Fluggesellschaften und Reiseveranstalter für ihre dann notwendigen Vorleistungen Eigen- oder Fremdkapital aufnehmen. Das sei in den meisten Branchen durchaus üblich, merkt der VZBV an.

Preise müssten nur um ein bis drei Prozent steigen

Dadurch entstehen für die Anbieter natürlich zusätzliche Kapitalkosten. Diese würden aber nicht mehr als 3,3 Prozent des deutschen Flugreisemarktvolumens und nicht mehr als 1,1 Prozent des deutschen Pauschalreisemarktes ausmachen, hat der Verband errechnet. "Selbst bei einer vollständigen Überwälzung der Kosten auf Reisende erhöhen sich die Preise für Flugbuchungen daher um nicht mehr als 3,3 Prozent. Die Preise für Pauschalreisen steigen um nicht mehr als 1,1 Prozent an", erklärt Vorstand Klaus Müller.

"Die Abschaffung der extensiven Vorkasse-Praxis gehört auch in den Koalitionsvertrag nach der Bundestagswahl“, fordert Müller. Mit den Geldern der Kunden, die heute buchten, würden „die Reisen oder Flüge für diejenigen bezahlt, die schon vor Monaten gebucht und ebenfalls bezahlt haben", kritisiert er. "Das Prinzip der Vorkasse gleicht einem Strohfeuer, das stets genährt werden muss, um nicht sofort zu verlöschen. Fairerweise sollte ein Flug erst bei Flugantritt bezahlt werden müssen.“ Die Preiserhöhungen, die daraus resultieren würden, seien vertretbar.

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