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7. Juli 2020 | 16:05 Uhr
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Viele ältere Schiffe könnten Corona-Krise zum Opfer fallen

In den nächsten zwölf bis 18 Monaten könnten etwa 30 Kreuzfahrtschiffe verschrottet werden, schätzt ein Analyst. Modelle aus den 80er- und 90er-Jahren seien derzeit für Kreuzfahrtreedereien, die ihre Kapazität reduzieren wollten, kaum verkäuflich.

Costa Victoria

Die "Costa Victoria" ist eines der ersten Schiffe, das aus dem Verkehr gezogen werden soll

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Das Fachportal "Travel Weekly“ zitiert Peter Shaerf, den Chef der auf maritime Geschäfte spezialisierten Investmentbank AMA Capital Partners, mit dieser Einschätzung. Wenn das Kreuzfahrtgeschäft langsam zurückkehre, seien die alten Schiffe "nicht das Kreuzfahrtschiff der Wahl", erklärt er zur Begründung.

Carnival Cruises hatte bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, binnen 90 Tagen sechs Schiffe aus dem Verkehr zu ziehen. Den Anfang macht nun die "Costa Victoria“. Sie war im Juni an die San Giorgio del Porto Werft nahe Genua verkauft worden. Über ihr weiteres Schicksal hüllen sich die beteiligten noch in Schweigen. Auch die drei Schiffe der insolventen Royal-Caribbean-Beteiligung Pullmantur, die rund 30 Jahre alt sind, stehen wohl auf der Liste zum Abwracken. Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dies solle in der Türkei geschehen.

Markt für gebrauchte Schiffe liegt brach

In der Vergangenheit konnten ältere Schiffe gut verkauft werden. Die Jagd nach Kapazitäten führte zu einem starken Markt für gebrauchte Schiffe, unter anderem in Europa und in Asien. Heute sei das fast unmöglich, zitiert "Travel Weekly" den Investmentbanker Shaerf. Selbst wenn Unternehmen am Kauf der Schiffe interessiert seien, würden sie angesichts des aktuellen Kreuzfahrt-Stillstands kaum eine Finanzierung erhalten. Niemand unterstütze heute mehr Investitionen in ein zusätzliches Angebot. Hinzu komme, dass auch Märkte wie China heute auf modernste Schiffe setzten.

Der Kreuzfahrtjournalist und -historiker Peter Knego schätzt laut "Travel Weekly“, dass auch die "Costa NeoRomantica“ (1993), die "Maasdam“ (1993) und die "Veendam“ (1996) von Holland America Line, die "Sea Princess“ (1998) von Prinvess Cruises und die Schiffe der "Fantasy“-Klasse von Carnival zu den Opfern der Krise zählen könnten. Einige der Schiffe könnten gleichwohl überleben, räumt er ein, weil sie beliebt seien. Doch wenn die Flotten reduziert werden müssten, seien sie die ersten, die gehen müssten.

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