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15. Januar 2021 | 07:00 Uhr
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Viele Airlines halten Refunds weiter zurück

Das geht aus Daten des Entschädigungsdienstleisters Flightright hervor. Während etwa Easyjet mittlerweile auf 92 Prozent der Erstattungsforderungen reagiert habe, liege der Anteil bei Tap Portugal nur bei 22 Prozent.

Refund

Die Rückerstattungspraktiken der Airlines sind unterschiedlich

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Nur wenige Airlines hätten ihren Kurs bei der Rückzahlung von Kundengeldern für abgesagte Flüge im vergangenen halben Jahr geändert, heißt es von Flightright. Bei Eurowings deuteten die mittlerweile sehr positiven Zahlungsstatistiken auf eine Kehrtwende hin, da zu Beginn keine Erstattungen geleistet worden seien. Bis heute habe die Airline in 87 Prozent der Fälle auf die Zahlungsaufforderungen reagiert. Die Lufthansa-Tochter erstatte zusammen mit Easyjet im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften am häufigsten die Ticketkosten.

Andere Airlines hingegen weigerten sich weiterhin strikt, die gezahlten Ticketpreise zu erstatten. Wie schon zu Beginn der Krise habe vor allem Ryanair kein Einsehen. Ende Juni hatte die Airline laut Flightright lediglich ein Prozent der Ticketkosten erstattet. Bis jetzt hätten Passagiere in 43 Prozent der Fälle ihr Geld zurückbekommen. Noch schlechter sei die Bilanz von British Airways, die bis heute in 24 Prozent der Fälle den Ticketpreis erstattet habe. Die Airline sei in der Vergangenheit regelmäßig auch nach Gerichtsurteilen der Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen, so dass mit Zwangsvollstreckung habe gedroht werden müssen.

AUA, Tuifly und KLM mit guter Rückzahlungsmoral

Mehr als 80 Prozent der geforderten Rückzahlungen haben nach Auskunft des Entschädigungsdienstleisters bislang neben Easyjet und Eurowings auch Austrian Airlines, Tuifly und KLM. Condor bewegt sich mit einem Anteil von rund zwei Dritteln im Mittelfeld, während die Eurowings-Mutter Lufthansa laut Flightright-Statistik nur etwas mehr als die Hälfte der Fälle beglichen hat.  

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind viele tausend Flüge ausgefallen, für die die Kunden bereits bezahlt hatten. Denn die Airlines kassieren bei Flugbuchungen im Regelfall direkt nach der Buchung. Weil viele Fluggesellschaften die Rückerstattungsansprüche zunächst ignorierten, da sie selbst knapp bei Kasse und mit der Bewältigung der Antragsflut oft auch logistisch überfordert waren, schalteten sie die Funktionen für automatische Refunds, die etwa Reisebüros und Geschäftsreisedienstleister nutzen, kurzerhand ab. Von Verbraucherschützern und dem Geschäftsreiseverband VDR war deshalb der Ruf nach einem Ende der Vorkasse-Politik laut geworden.

Christian Schmicke