Nur 17 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten, dass sie nicht mit Terminvereinbarungen arbeiten. Weitere 17 Prozent nutzten die Möglichkeit, Termine mit reiseinteressierten Kunden zu machen, auch vor Corona schon in erheblichem Umfang.
In Kommentaren schildern Reiseprofis ihrer Erfahrungen mit der Beratung auf Terminvereinbarung. "Die Stammkunden sind geblieben; sie sind über die Zeit in der wir nach Terminvereinbarungen nur für sie zur Verfügung stehen, sehr zufrieden. Die Laufkundschaft fällt allerdings zunehmend weg“, berichtet eine Reisebüroinhaberin. Eine weitere Inhaberin schreibt, bei der Beratung auf Termin sei die Abschlussquote höher als ohne. Und von einigen Reisebüros heißt es, durch die Terminvereinbarungen seien die Arbeitstage besser planbar und strukturierter geworden.
Für viele ist die Beratung auf Termin zudem ein Mittel, um die vielerorts noch eingeschränkten Öffnungszeiten zu kompensieren. Manche Verkäufer bieten die Termine vor allem außerhalb der Öffnungszeiten an. Andere haben einen festen Tag eingeführt, an dem Kunden ausschließlich nach Terminvereinbarung beraten werden.
Vorbehalte gegen Aufgabe spontaner Kundenbesuche
Allerdings sind weder alle Kunden noch alle Reisebüromitarbeiter von der Beratung auf Termin begeistert. Bei ihrer Belegschaft gebe es "erhebliche Widerstände" dagegen, berichtet eine Inhaberin. Ein anderer Reiseverkäufer schreibt, Beratung auf Termin sei "bei schwacher Personalbesetzung schlecht umzusetzen, da immer Kunden zwischendurch ins Büro kommen, mailen oder anrufen und sofort bedient werden möchten".
Vor allem in sogenannten Lauflagen ist das offenbar häufiger ein Problem. "Wir haben eine Zeitlang mit Terminvergabe gearbeitet", heißt es in einem weiteren Kommentar, und weiter: "Das konnten wir aber nicht aufrechterhalten, da wir sehr viel Laufkundschaft hatten und die wollten wir nicht einfach laufen lassen." "Wir versuchen es den Kunden schmackhaft zu machen, aber es kommt nicht bei jedem gut an", lautet eine andere Anmerkung.
