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18. November 2022 | 16:35 Uhr
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Warum Joan Trian Riu an die Zukunft der Ferienhotels glaubt

Joan Trian Riu (Foto), Mitglied des Riu-Vorstands und des TUI-Aufsichtsrates, glaubt fest an die Attraktivität der Ferien- und Stadthotels seines Unternehmens. Wie er das Produkt erneuern will, wie das Unternehmen durch die Corona-Pandemie gekommen ist und warum Riu weiter am Besitz von Hotelimmobilien festhält, erzählt er im Gespräch mit Reise vor9. 

Riu Joan Trian

Joan Trian Riu ist Mitglied im Vorstand der Riu Hotels

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Joan Trian Riu ist noch keine 40 Jahre alt. Damit gehört er zu einer Generation, für die die klassische Resort-Hotellerie mit ihren großen All-Inclusive-Anlagen, vielen Pools und Bars und ohne organische Integration in die unmittelbare Umgebung nicht zwangsläufig die erste Urlaubsoption ist. Zugleich ist er aber Mitglied in der Geschäftsführung der familiengeführten Hotelkette und sitzt zudem im Aufsichtsrat von TUI.

"Wenn Du jung bist, reist Du als Backpacker, aber mit den Jahren ändert sich vieles", sagt Riu im Gespräch mit Reise vor9 auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Ferienhotellerie: Zum Beispiel nach der Familiengründung. Das Grundkonzept der Riu Hotels sei für Familien, Paare und Best Ager, letztere eine in Europa kräftig wachsende und attraktive Zielgruppe, nach wie vor attraktiv.

Party-Konzept nimmt wieder Fahrt auf

Gleichwohl gebe es natürlich Veränderungen, mit denen sich Riu den gewandelten Wünschen der Kunden anpasse, versichert der Manager, der Ende der Nuller-Jahre als Investmentbanker in London arbeitete und später als Vizechef des Hotels Riu Funana auf der Kapverden-Insel Sal sowie als Finanzchef für die Riu Hotels an der Playa de Palma Hotellerie-Erfahrung sammelte.

Riu Luis Punta Cana

Seit diesem Jahr sind die erstmals 2019 aufgelegten Riu-Partys, die wegen Corona pausieren mussten, wieder am Start. "Da geht es nicht um Entertainment oder Animation, sondern richtig um Party", unterstreicht Joan Crian Riu, dessen Onkel Luis Riu (Foto) gelegentlich bei den Events als DJ fungiert. Je nach Hotel gibt es Pool-Partys und Get-Together-Partys, letztere sollen vor allem generationsübergreifend ausgelegt sein. Gäste der umliegenden Riu-Häuser können bei den Partys dabei sein. 

Ansonsten sei die Mischung aus Familien- und Adult-Only-Hotels sowie den höherwertig angesiedelten Riu-Palace-Anlagen absolut zeitgemäß, unterstreicht Riu. Der aktuelle Gästemix und eine hohe Auslastung belegten das.

Geld verloren, Marktanteile gewonnen

Durch die Corona-Krise sei Riu mit einem blauen Auge gekommen, sagt der Spross der Riu-Familie im Gespräch mit Reise vor9. Finanziell habe das Unternehmen natürlich Einbußen hinnehmen müssen. Zugleich habe die Strategie, Hotels zu öffnen, sobald es möglich sei, auch wenn sich die Öffnung wirtschaftlich nicht getragen habe, dem Unternehmen zusätzliche Marktanteile beschert. "Wer bei Riu in der Corona-Zeit ein schönes Urlaubserlebnis hatte, kommt wieder zu uns", ist das Vorstandsmitglied überzeugt. Geholfen hat dem Unternehmen zudem die Tatsache, dass Mexiko, wo 21 Riu Hotels ihren Standort haben, während der Pandemie mit Ausnahme eines kurzen Zeitraums fast durchgehend bereisbar war – und die Hotellerie geöffnet blieb.

Ein weiteres Element, das die Rolle von Riu nach der Corona-Krise stärke, liege in der Tatsache, dass man die Hotels nicht nur betreibe, sondern in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle auch Besitzer der Immobilen sei, sagt Riu. Das helfe enorm, wenn es um die Bonität bei Banken gehe. Als Kritik an TUI, an der Riu derzeit noch 2,4 Prozent der Anteile hält und die sich im Zuge der Krise von der Hälfte an Hapag-Lloyd Cruises und diversen Hotelimmobilien getrennt hatte, will er das nicht verstanden wissen. Sein Unternehmen hatte selbst den 49-prozentigen TUI-Anteil an 19 Hotelimmobilien. Gleichwohl dürfte gelten, dass werthaltige Assets ein Unternehmen in Krisenzeiten stabilisieren.

Immobilie weiter im Fokus

An der Strategie, Hotels in der Regel nicht nur zu managen, sondern auch zu besitzen, will Riu aber auch aus einem anderen Grund festhalten. Es gehe um die vollständige Kontrolle über das Produkt, sagt er. Eine interessante Ausnahme bildet übrigens das Riu Hotel in Berlin, an dem Riu nur eine Minderheitsbeteiligung hält. Der Berliner Hotelmarkt sei sehr schwierig und von Überkapazitäten geprägt, weiß Riu. Dennoch sei es für das Unternehmen wichtig, ein Hotel, sozusagen als Botschafter, in einem seiner wichtigsten Quellmärkte zu haben. Neben weiteren Resorts stehen aktuell auch neue Stadthotels der Marke Riu Plaza auf der Agenda. Die nächsten Eröffnungen sollen in London, Toronto und Chicago stattfinden.

Zu einer grundlegenden Frage will sich der Riu-Erbe im Reise-vor9-Gespräch nicht äußern: der Nachfolge für die aktuellen Firmenchefs Carmen, Jahrgang 1955, und Luis Riu, Jahrgang 1960. Obwohl Juan Trian seit 2018 dem Executive Board angehört, unterstreicht er, dass die Frage nicht abschließend geklärt sei. Selbst ein CEO, der nicht zur Familie gehöre, sei denkbar. In manchen Punkten funktionieren Familienunternehmen offenbar keineswegs unkomplizierter als Konzerne.

Christian Schmicke

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