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5. April 2024 | 15:20 Uhr
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Was beim Verkauf eines Reisebüros zu beachten ist

Der Verkauf oder die Übergabe eines Reisebüros ist alles andere als trivial, weiß der langjährige Reisebüroinhaber Axel Duhr. Neben Umsatz und Ertrag entscheiden auch weiche Faktoren über den Wert des Unternehmens, erklärt er und gibt Tipps, was Käufer und Verkäufer beachten sollten.

Reisebüro

Der Verkauf des eigenen Reisebüros ist eine komplexe Angelegenheit

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Duhr, der sein Reisebüro mit sechs Mitarbeitern in Iserlohn kürzlich an den ADAC Reisevertrieb verkauft hat, erwog durchaus, das Büro an Mitarbeiterinnen zu übergeben, wie er im Reise vor9 Podcast berichtet. Doch sei der einen Aspirantin die Last der Verantwortung zu groß gewesen, während eine andere vor dem auch mit dem Kaufpreis verbundenen wirtschaftlichen Risiko zurückgescheut sei. Daher habe sich schließlich die Perspektive, das Büro an einen externen Käufer zu veräußern, als die richtige erwiesen.

Umsatz und Ertrag sind wichtig – aber nicht alles

Für den Verkaufsprozess sollte sich ein Reisebüroinhaber Zeit nehmen, rät Duhr, der auch lange im DRV aktiv war. Das sei ein längerer Prozess, bei dem zahlreiche Puzzle-Stücke zueinander passen müssten. Ein wichtiger Faktor sei dabei etwa der Kündigungstermin bei der bisherigen Reisebüro-Organisation, der für einen potenziellen Käufer aus einem anderen Lager relevant sein könnte.

In den engeren Gesprächsrunden sei es dann zunächst um Zahlen gegangen, so der Ex-Reisebürochef. Während Umsätze und Ertrag üblicherweise aus den jüngsten zurückliegenden Jahren ermittelt worden seien, habe wegen der Corona-Pandemie das Jahr 2019 als Maßstab für die Kalkulation der Perspektiven gedient. Neben Umsätzen, Kosten und Erträgen sei auch die Ausstattung des Büros, sowohl im Hinblick auf die Möblierung als auch die IT, intensiv begutachtet worden. Hinzu kamen die Verträge, sowohl für die Technik als auch mit Leistungsträgern und beispielsweise die Iata, die diesbezüglich als besonders schwerfällig gilt.

Mitarbeiterstruktur und Vernetzung zählen

Doch das sei noch lange nicht alles, weiß der langjährige Unternehmer. So sei etwa die Mitarbeiterstruktur essenziell. "Wenn alle Beschäftigten kurz vor der Rente stehen, hat der Käufer eines Reisebüros ein Problem", weiß er. Zu den wichtigen "weichen" Faktoren für den Wert des Unternehmens zählten zudem die Bekanntheit und die Historie des Büros sowie die Vernetzung der entscheidenden Akteure vor Ort; etwa durch Präsenz in Vereinen. "Im Sauerland ist der Schützenverein eine wichtige Größe", sagt Duhr, der seine lokalen und regionalen Kontakte auch weiter spielen lassen will.

Eine wichtige Frage bei Verkauf und Kauf sei auch die, wer im Büro eigentlich die Kontakte zur Kundschaft pflege. Er selbst habe eher hinter den Kulissen agiert, betont Duhr – das sei für den Verkauf ein Vorteil gewesen. Denn wenn ein Inhaber der entscheidende Faktor im Kundenkontakt sei, drohten nach dessen Abgang auch die Kunden abzuwandern.

Prüfung des Käufers essenziell

Einer gewissenhaften Überprüfung bedürfe auch die Seriosität eines möglichen Käufers. Er habe schon Fälle erlebt, in denen ein Reisebüroverkauf habe rückabgewickelt werden müssen, weil kein Geld geflossen sei, erzählt Duhr. Die Finanzierung der Transaktion und die Finanzkraft des Investors müssten transparent sein.

Last but not least sollten Reisebürounternehmer nicht alles auf die Karte des Verkaufs setzen, rät Duhr im Reise vor9 Podcast. Vorsorge für den eigenen Lebensabend müssten Selbstständige möglichst frühzeitig treffen. Von der Hand in den Mund zu leben, bereite später Probleme. Zu einem frühen Zeitpunkt kleine Beträge anzusparen, zahle sich dagegen aus – jedenfalls, wenn das Reisebüro nicht Vermittlungsumsätze im höheren zweistelligen Millionenbereich erwirtschafte.

Christian Schmicke

Den Reise vor9 Podcast mit Axel Duhr hören Sie hier:

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