Wie deutsche Airports mit Gefahren durch Drohnen umgehen
Der Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle (Foto) hat die Debatte über den Schutz deutscher Airports verschärft. Grüne und FDP fordern klare Zuständigkeiten und mehr Abwehrsysteme. Der Luftfahrtverband BDL verweist auf den laufenden Ausbau an acht großen Flughäfen, räumt aber ein: Absolute Sicherheit gebe es nicht.
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Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle ruft Maßnahmen auf den Plan
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Die professionell umgebaute Drohne am Flughafen Leipzig/Halle wurde nahe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt und entschärft. Nach Angaben eines ARD-Sicherheitsexperten hatte ein Mitarbeiter einer Planespotter-Bustour das niedrig fliegende Gerät bemerkt und darauf getreten. Dabei wurde offenbar der Zünder zerstört.
In derselben Nacht kollidierte eine Frachtmaschine mit einem unbekannten Objekt und landete leicht beschädigt in Hannover. Ob beide Vorfälle zusammenhängen, ist offen. Das Landeskriminalamt Sachsen und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ermitteln. Die Nordpiste in Leipzig/Halle blieb zunächst gesperrt.
Grüne verlangen Beratungen im Sicherheitsrat
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sprach von einem "erheblichen und schweren hybriden Angriff". Vieles spreche für einen staatlichen Akteur. In diesem Fall handele es sich um Staatsterrorismus, auf den Deutschland konsequent reagieren müsse. Sie fordert Beratungen im Nationalen Sicherheitsrat und auf Nato-Ebene.
Auch Grünen-Politiker Konstantin von Notz kritisiert ein "diffuses Zuständigkeitsnetz". Die Bundespolizei müsse bei der Drohnenabwehr an Flughäfen eindeutig die Verantwortung tragen. FDP-Generalsekretär Martin Hagen verlangt verpflichtende Abwehrsysteme an allen Flughäfen sowie entsprechende Einheiten bei Landes- und Bundespolizei.
Acht große Flughäfen haben Priorität
Der Luftfahrtverband BDL sieht Deutschland beim Aufbau der Abwehrtechnik dagegen auf einem guten Weg. Die politischen Entscheidungen seien "in Lichtgeschwindigkeit" getroffen worden, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang bei einer Pressekonferenz. Mehrere Flughäfen nutzten bereits neue, modular aufgebaute Systeme.
Priorität haben nach Angaben des BDL Frankfurt, Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn. Lang fordert, das Tempo bei Schutz und Abwehr beizubehalten.
Christian Schmicke