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12. Februar 2021 | 15:34 Uhr
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Wie kleinere Veranstalter ihre Kundengelder absichern können

Derzeit sieht es so aus, dass nur noch drei Versicherungen im Geschäft mit der Kundengeldabsicherung bleiben. Zusammen mit den Folgen der Coronapandemie für die Liquidität der Veranstalter dürfte das für höhere Versicherungsprämien sorgen.

Insolvenz

Die Zahl der Anbieter in der Kundengeldabsicherung sinkt

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Zuletzt hatte mit Swiss Re Corporate Solutions ein weiterer Anbieter angekündigt, sich aus dem Geschäftsbereich zurückzuziehen. Man habe festgestellt, dass das Geschäft nicht mehr der strategischen Ausrichtung des Unternehmens entspreche, heißt es von der Versicherung.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich der Versicherer HDI aus dem Geschäft mit der Kundengeldabsicherung zurückgezogen. Die HDI Global habe im Bereich der Insolvenzversicherung in Deutschland zuletzt über einen "sehr niedrigen dreistelligen Kundenstamm" verfügt, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Die Entscheidung, das Geschäftsfeld aufzugeben, sei "Ergebnis einer strategischen Neuausrichtung", heißt es weiter.

Wenn sich nicht noch etwas ändert, bleiben damit offenbar nur drei Unternehmen übrig, die künftig die Kundengelder von Reiseveranstaltern mit weniger als drei Millionen Euro an jährlichem Pauschalreiseumsatz absichern. Dies sind die Zurich Versicherung, Tourvers als Abschlussagent der Hanse Merkur Versicherung sowie die R+V Versicherung.

Weniger Konkurrenz, höhere Risiken

Die R+V Versicherung bestätigte zuletzt, dass sie auch weiterhin in dem Geschäftssegment aktiv bleiben wolle. "Die Coronapandemie hat die Reisebranche hart getroffen. Damit sie wieder auf die Füße kommt, braucht sie dringend starke Partner. Für uns ist deshalb klar: Wir werden auch in Zukunft kleine und große Veranstalter absichern", wird Versicherungsmanager Achim Scheib in einer Mitteilung zitiert.

Deshalb biete die R+V Lösungen für beide Varianten des neuen Absicherungsmodells an, heißt es weiter. Bei den größeren Veranstaltern bedeutet das, die Absicherung von sieben Prozent des Jahresumsatzes mit Pauschalreisen für den neu geschaffenen Reisesicherungsfonds zu gewährleisten. Für die kleineren Reiseveralter geht es um die gesamte Absicherung der Kundengelder.

Weniger Versicherungsanbieter, ausschließlich kleinere Kunden und ein gestiegenes Insolvenzrisiko: Allein aus diesen drei Faktoren lässt sich ermessen, dass die Absicherung der Kundengelder für die Reiseveranstalter künftig teurer wird. Daher fordert der Mittelstandsverband ASR, die Grenze müsse von drei auf mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz erhöht werden. Ansonsten sei "bereits kurzfristig davon auszugehen, dass sich auch die noch verbliebenen Versicherer des Insolvenzrisikos aus dem Markt verabschieden“, da sich diese Sparte aufgrund des geringen Versicherungsvolumens für sie nicht mehr rechne.

Christian Schmicke

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