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3. September 2020 | 16:02 Uhr
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Wie Veranstalter auf die Kanaren-Reisewarnung reagieren

Ähnlich wie zuvor nach der Reisewarnung für die Balearen sagen nicht alle Anbieter die Reisen für die nächsten Wochen kategorisch ab. Während TUI, DER Touristik und Schauinsland befristet stornieren, lassen Alltours und FTI Kunden die Wahl, ob sie reisen wollen.

Coronavirus Flughafen Stoppschild Symbolfoto Foto iStock BrasilNut1.jpg

Als letzte spanische Region wurden die Kanaren zum Risikogebiet erklärt 

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Die strengste Regelung gilt bei TUI. Der Konzern sagt nicht nur alle Kanaren-Reisen vorerst bis zum 12. September ab, sondern fordert seine Gäste auch auf, binnen sieben Tagen die Heimreise anzutreten. Bei DER Touristik finden bis zum 15. September keine Kanaren-Reisen statt, bei Schauinsland bis zum 18. September.

Eine Aufforderung, gegebenenfalls früher aus den Zielgebieten abzureisen, erhalten Kunden von DER Touristik und Schauinsland nicht. Wer dies tun wolle, könne sich an die Reiseleitung vor Ort wenden, teilt Schauinsland auf Anfrage mit.

Kunden können selbst entscheiden

Anders handhaben FTI und Alltours die Sache. Zwar können Kunden Reisen auf die Inselgruppe westlich von Afrika bei FTI für Reisen, die bis zum 24. September starten sollen und bei Alltours für Trips mit Antritt bis zum 15. September kostenfrei stornieren oder umbuchen. Doch wer weiterhin verreisen will, kann das tun und auch Neubuchungen sind möglich.

Obwohl seit rund einer Woche allgemein erwartet, ist die Reisewarnung für die Anbieter ein weiterer Rückschlag. Vor allem, weil die für die Kanaren wichtige Wintersaison bevorsteht, hoffen sie nun, dass sie nicht allzu lange andauert. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Reisewarnung für die Kanaren nicht länger als vier Wochen gelten wird und dann aufgehoben wird“, heißt es etwa von Alltours. Die Hotels auf den Kanaren seien „zum Teil geöffnet“. Andere Häuser befänden sich sozusagen im „Dornröschenschlaf“ und könnten nach Aufhebung der Reisewarnungen unmittelbar ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Forderung nach Differenzierung

Auch DER-Touristik-Chef Ingo Burmester zeigt sich zuversichtlich, dass "die Regierung der Kanarischen Inseln nun weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Neuinfektionen ergreifen wird und die Fallzahlen bald sinken werden". Durch die Bank kritisieren die Anbieter, dass die Reisewarnung pauschal für alle Inseln erlassen wurde, obwohl sich die Neuinfektionen auf einige Hotspots konzentrierten, wie Burmester anmerkt.

Verdruss bereitet dem DER-Manager die Reisewarnung auch deswegen, weil nicht wenige zuvor für Mallorca gebuchte Kunden ihren Urlaub auf die Kanaren umgebucht hatten. "Wir hoffen, dass das Auswärtige Amt statt einer Reisewarnung differenzierte Sicherheitshinweise für die Kanaren erlässt und Urlaub demnächst wieder möglich sein wird", sagt er.

"Ohrfeige für die Touristik"

Deutlicher wird Schauinsland-Touristikchef Andreas Rüttgers. "Die Reisewarnung ist wie eine Ohrfeige für die gesamte Touristik. Alle Marktteilnehmer inklusive Kunden geben derzeit alles Menschenmögliche und werden einfach abgestraft", klagt er.Die Verhältnismäßigkeit der Reisewarnung für die Kanaren müsse infrage gestellt werden: "Einerseits gibt es zwischen den Inseln große Unterschiede, die nicht berücksichtigt werden und andererseits gehen die Infektionszahlen in den Hotels gegen null." Die Hotelmanagements hätten die Hygieneregeln sehr gut umgesetzt, Kunden und Personal haben sich auf die Situation eingestellt. "Und trotzdem wird diese Anstrengung nicht wertgeschätzt und berücksichtigt", so Rüttgers.

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für die Kanaren am Mittwochabend erlassen, nachdem die Zahl der Covid-19-Fälle die kritische Marke von 50 auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen deutlich überschritten und das Robert-Koch-Institut die Inseln zum Risikogebiet erklärt hatte. Am stärksten betroffen sind Gran Canaria, Lanzarote und die kleine Insel El Hierro. Auf den übrigen Inseln existiert dagegen keine auffällig hohe Infektionsrate.

Christian Schmicke

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