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8. Juni 2026 | 13:02 Uhr
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Zugausfälle bei der Bahn haben stark zugenommen

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn fallen deutlich mehr Züge aus als im Vorjahr. Nach internen DB-Daten, die der Süddeutschen Zeitung vorlagen, waren von Januar bis Mai im Schnitt 107 Fernzüge pro Tag betroffen, nach 57 im Vorjahreszeitraum. Die Bahn verweist auf Wintereinbruch, marode Infrastruktur, Baustellen und Betriebsprobleme.

Bahn Berlin Hauptbahnhof Foto DB Dominic Dupont.jpg

Im Fernverkehr der Bahn fallen in diesem Jahr noch mehr Züge aus als im Vorjahr

Öffentliche Statistiken zu gestrichenen Fernzügen gibt es nicht. Die Bahn hatte Anfang Juni erklärt, die Ausfallzahlen seien seit dem Frühjahr deutlich zurückgegangen. Interne Daten der DB-Tochter Fernverkehr zeichnen laut Süddeutscher Zeitung (Abo) ein anderes Bild.

Demnach fielen in den ersten fünf Monaten 2026 durchschnittlich 107 von 973 Fernverkehrsfahrten pro Tag ganz oder teilweise aus. Das entspricht knapp elf Prozent. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es im Schnitt 57 Ausfälle pro Tag.

Die Bahn bestätigt diese Daten nach Angaben der Süddeutschen Zeitung nicht. Sie verweist auf eine niedrigere eigene Auswertung von knapp 81 komplett oder teilweise ausgefallenen Zügen pro Tag. Doch auch nach dieser Rechnung liegen die Werte über dem Vorjahr.

Kritik an Strukturen und Abläufen

Als Grund nennt die Bahn unter anderem den extremen Wintereinbruch zu Jahresbeginn. Schnee und Frost ließen die Zahlen im Januar und Februar steigen; in der Spitze waren bis zu 447 Züge betroffen. Die Daten zeigen laut Bericht aber, dass sich das Problem nach dem Ende des Winters nicht erledigt hat. Nur an 17 Tagen des Jahres lag demnach die Zahl der Komplett- oder Teilausfälle unter den jeweiligen Vorjahreswerten. An vielen Tagen fielen doppelt, dreifach oder vierfach so viele Züge oder Zugteile aus wie 2025.

Die Bahn verweist vor allem auf marode Infrastruktur, viele Baustellen der DB-Tochter Infrago und Probleme im Betriebsablauf. In dem Bericht äußert ein Experte indes die Vermutung, dass auch die Bereitstellung der Züge, Personalplanung und Belieferung der Bordbistros DB Fernverkehr weiter große Probleme bereiteten. Die Ausfälle seien nur der sichtbarste Teil.

Gegen den Vorwurf, verspätete Züge würden gestrichen, um die Pünktlichkeitsstatistik zu schönen, wehrt sich die Bahn. Anders als in der Schweiz fließen ausgefallene Züge hierzulande nicht in die Pünktlichkeitsauswertung ein. Eine Sprecherin betont gegenüber der Süddeutschen Zeitung, vor jeder Streichung würden die Folgen geprüft und abgewogen. Kein Zug werde "grundlos in den Ausfall genommen".

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