Tägliche News für die Travel Industry

18. Januar 2026 | 17:32 Uhr
Teilen
Mailen

Denkfabrik fordert Stabilitätskurs für Touristik und Gastro

Angesichts steigender Insolvenzzahlen fordert die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt verlässliche und stabile Rahmenbedingungen für Gastronomie, Hotellerie und Touristik. 2026 müsse zum Jahr der wirtschaftlichen Stabilisierung werden. Sie drängt auf ein "Belastungsmoratorium", um Investitionen, Beschäftigung und Vertrauen in der Branche zu sichern.

Kellner Kellnerin Restaurant Service Gastronomie

Die Gastronomie stehe unter hohem Kostendruck, warnt die DZG

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt mahnt die Politik zu einem Kurswechsel. Hintergrund seien weiter steigende Insolvenzzahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die beantragten Regelinsolvenzen im Dezember 2025 um 15,2 Prozent über dem Vorjahr. Für die DZG ist das "mehr als ein ökonomischer Befund". Die Entwicklung belaste Vertrauen, Investitionsbereitschaft und Konsum – besonders in personalintensiven Dienstleistungsbranchen wie Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeit.

"Insolvenzen verunsichern weit über die betroffenen Unternehmen hinaus Beschäftigte, Investoren und Verbraucher", erklärt Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der Denkfabrik. Die Gastwelt lebe jedoch von Vertrauen, Konsum und sozialer Begegnung. Ihre Stabilität sei deshalb auch gesellschaftlich relevant – vom Gasthaus über das Kino bis zum Freizeitpark und zur Kantine.

Hoher Kostendruck belastet Betriebe

Auch zum Start ins Jahr 2026 sieht die Denkfabrik viele Betriebe unter erheblichem Druck. Steigende Energie- und Betriebskosten, Arbeitskräftemangel, Bürokratie sowie der anstehende Mindestlohnanstieg bänden Ressourcen und erschwerten Investitionen. In diesem Umfeld bewertet die DZG die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen als "wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Branche".

Die Entscheidung zeige politische Handlungsfähigkeit, so Klinge, und sei ein notwendiger Schritt, um Betrieben Luft zu verschaffen. Gleichzeitig warnt die Denkfabrik davor, diese Entlastung durch neue Belastungen zu konterkarieren.

Forderung nach "Belastungsmoratorium"

Vor diesem Hintergrund erneuert die DZG ihre Forderung nach einem "Belastungsmoratorium" für das Jahr 2026. Zusätzliche Abgaben, neue Regulierungen oder kostensteigernde Vorgaben sollten zumindest temporär ausgesetzt werden. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen, Beschäftigung zu sichern und Vertrauen zurückzugewinnen.

"Stabilisierung bedeutet nicht Stillstand", betont Klinge. Vielmehr gehe es darum, Unternehmen den notwendigen Raum zu geben, sich anzupassen und wieder Perspektiven zu entwickeln – gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten.

Zugleich plädiert die Denkfabrik für einen gemeinsamen Standort-Dialog von Bund, Ländern und Kommunen. Wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Standortqualität müssten "gemeinsam gedacht" werden. Wenn 2026 politisch als Jahr der Stabilisierung verstanden werde, könne es gelingen, negative Trends zu bremsen und neue Zuversicht in der Gastwelt zu schaffen.

Christian Schmicke

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige