Presserat rügt "Stern" wegen USA-Einreise-Story
Der Deutsche Presserat wirft dem Magazin "Stern" vor, in seiner Online-Story "Abgewiesen wegen J.-D.-Vance-Meme: Wie Touristen jetzt in die USA kommen" falsche Angaben über die Einreise verbreitet zu haben. Das Magazin hatte berichtet, ein Norweger sei aufgrund eines Memes von US-Grenzbehörden zurückgewiesen worden, was jedoch nicht stimmte.
Dem Mann war zwar die Einreise verweigert worden, jedoch nicht aufgrund von Social-Media-Posts. Die Behörden hatten bereits Tage vor der Stern-Veröffentlichung erklärt, der Mann habe eigenen Angaben zufolge Drogen konsumiert und sei deshalb zurückgewiesen worden, so der Presserat in seiner Rüge.
"Der Presserat sah in der Auslassung dieses zentralen Umstands einen Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht gemäß Ziffer 2 des Pressekodex", so die freiwillige Selbstkontrolle der Medien. Erschwerend komme hinzu, dass der Stern den Beitrag entgegen eigener Darstellung weder korrigiert noch gelöscht, sondern lediglich das Veröffentlichungsdatum geändert habe.