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29. Juni 2023 | 15:39 Uhr
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Zahl der Kreditkarten-Rückbuchungen bei Airlines wächst

Als schwierig wahrgenommene Rückerstattungen und zunehmendes Wissen der Reisenden über die Möglichkeit von Rückbuchungen führten seit 2020 zu einem Anstieg dieser Methode, Geld zurück zu erhalten, hat eine Umfrage des IT-Dienstleisters Amadeus unter Airlines und Reisebüros ergeben. Der Anstieg liege bei rund 30 Prozent pro Jahr.

Flugticket Kreditkarte

Über die Kreditkarte holen immer mehr Flugäste ihr Geld zurück

Es ist ein Problem, dass sich die Luftfahrt nicht zuletzt selbst zuzuschreiben hat: Weil Kunden nicht an schnelle und problemlose Rückerstattungen gezahlter Beträge bei Flugverspätungen oder Ausfällen glauben, machen sie offenbar zunehmend von anderen Möglichkeiten Gebrauch. Eine davon ist die sogenannte Rückbuchung gezahlter Beträge durch die Kreditkartenfirma.

Kreditkarteninhaber haben die Möglichkeit, eine Transaktion zu reklamieren, indem sie über die Bank, die ihre Karte ausgestellt hat, eine Rückbuchung veranlassen. In diesem Fall wird ein Standard-Schlichtungsverfahren eingeleitet, und das Reiseunternehmen hat die Möglichkeit, die für die Anfechtung der Rückbuchung erforderlichen Beweise zusammenzustellen. Kann der Reiseveranstalter die erforderlichen Beweise nicht rechtzeitig vorlegen, wird der Betrag automatisch an den Karteninhaber zurückerstattet.

Kräftiger Anstieg seit 2020

Eine aktuelle Amadeus-Untersuchung mit Fluggesellschaften und Reisebüros bestätigt, dass die meisten Reiseunternehmen (71%) in den letzten Jahren einen Anstieg der Rückbuchungen zu verzeichnen hatten und dass zudem die Zahl der Streitfälle seit 2020 um jeweils rund 30 Prozent pro Jahr anstieg.

Auf die Frage nach einer Erklärung für das schnelle Wachstum gaben die Reiseunternehmen als die drei wichtigsten Faktoren an, dass Reisende Rückbuchungen als einfacher empfinden als sich um eine Rückerstattung zu bemühen (62%), dass Reisende über die Möglichkeit des Rückbuchungsprozesses besser informiert sind (56%) und dass es bequem sei, eine Rückbuchung über eine mobile Banking-App vorzunehmen (42%).

Geringe Erfolgsquoten bei Anfechtungen

Die Umfrage unterstreicht auch die geringe "Erfolgsquote", die Reiseunternehmen bei der Anfechtung von Kreditkartenrückbuchungen erzielen. Nur bei einem Viertel der Reiseunternehmen würden mehr als 60 Prozent der Streitfälle zu ihren Gunsten entschieden, und bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen würden weniger als 40 Prozent der Rückbuchungen, die sie anfechten wollten, zu ihren Gunsten entschieden, heißt es.

Die Untersuchung zeige, dass es für Reiseunternehmen schwierig sei, das Volumen der Streitfälle zu bewältigen, folgert Amadeus. Die Notwendigkeit, in "zusätzliche qualifizierte Ressourcen zu investieren" verbunden mit der Schwierigkeit, die für die Anfechtung von Rückbuchungen erforderlichen Reise- und Zahlungsinformationen zusammenzustellen, führe zu niedrigen Erfolgsquoten, so der Technikdienstleister. Die Schwierigkeit bestehe darin, die erforderlichen Informationen rechtzeitig zusammenzustellen, um unberechtigte Rückbuchungen wirksam anzufechten. Die Arbeit an Lösungen für dieses Problems sei für Amadeus in den vergangenen Monaten ein "wesentlicher Schwerpunkt" gewesen.

Schneller Zugang zu relevanten Daten fehlt oft

Die schnelle Bereitstellung wichtiger Reise- und Zahlungsinformationen, wie zum Beispiel der Nachweis der Zahlungsautorisierung und der Nachweis, dass der Passagier an Bord des Flugzeuges gegangen ist, würde im Zusammenhang mit Rückbuchungen die Effizienz von Unternehmen bei deren Bearbeitung erhöhen.

An der Umfrage, die im März und April 2023 durchgeführt wurde, nahmen laut Amadeus 46 leitende Angestellte von Fluggesellschaften und Reisebüros teil, die für das Rückbuchungsmanagement verantwortlich sind. Über 50 Prozent der Befragten stammten aus großen Reiseunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro. 

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