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31. August 2020 | 07:00 Uhr
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Branche im Juli mit nur einem Drittel des Vorjahresumsatzes

Das Buchungsaufkommen im Reisevertrieb bleibt schwach, die Hoffnungen auf ein Last-Minute-Geschäft haben sich nicht erfüllt. Im Juli hat sich die Umsatzbilanz weiter verschlechtert, die Buchungen erreichten nur knapp ein Drittel des Aufkommens im Vorjahr, so die Auswertung von Travel Data Intelligence. Für die laufende Sommersaison kumulierte sich das Minus Ende Juli auf 70 Prozent.

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Das fehlende Neugeschäft summierte sich zusammen mit den stornierten Urlaubsreisen im Juli auf einen Umsatzrückgang in Höhe von 94 Prozent für die laufende Sommersaison und von 85 Prozent für die anstehende Wintersaison. Insgesamt entspricht das Buchungsvolumen im Juli nach den Zahlen von Travel Data Intelligence nur knapp einem Drittel des Aufkommens im Vorjahr.

Reisewarnungen und Kreuzfahrtabsagen verunsichern

Wegen bestehender Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes waren bei Veranstaltern weder Urlaub in beliebte Reiseländer wie die Türkei oder Ägypten noch Fernreisen buchbar. Auch Hochseekreuzfahrten hatten den Betrieb überwiegend noch nicht wieder aufgenommen. Dies schlage sich in den Umsatzbilanzen des Reisevertriebs markant nieder, so die Analysten.

Aber selbst vergleichsweise gut gebuchte Sommerreiseziele wie Griechenland erreichten im Juli erst 46 Prozent der Vorjahresumsätze deutscher Urlauber. „Die Reise- und Buchungszurückhaltung der Deutschen bleibt damit hoch“, so das Fazit von Travel Data Intelligence. „Die meisten warten offenbar noch ab, wie sich die Lage mit der Corona-Pandemie weiterentwickelt.“

Die Urlauber, die sich im Buchungsmonat Juli jedoch zum Verreisen entschlossen und im Reisebüro oder online auf den klassischen Reiseportalen gebucht haben, wollten bevorzugt kurzfristig noch Sonne tanken: 48 Prozent der Buchungen entfielen auf die Reisemonate Juli und August. Knapp ein Fünftel entschied sich für eine Urlaubsreise im Herbst.

Zurückhaltung auch bei Buchungen für den Winter

Auch die Zahlen für die kommende Wintersaison stimmen wenig optimistisch. Der Buchungsstand lag Ende Juli bei einem Minus von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den Grund für die anhaltende Anhäufung von Verlusten erklären die Datenanalysten damit, dass das derzeitige Buchungsaufkommen bei weitem nicht ausreiche, um die Stornoquoten und Nicht-Buchbarkeit von Urlaubsländern mit bestehender Reisewarnung aufzufangen.

Der Anteil der Neubuchungen für die kommende Wintersaison fielen im Juli mit nur 13 Prozent gering aus. Viele Reiseziele im Winterhalbjahr, vor allem Fernreisen, sind derzeit nicht planbar, erklärt Travel Data Intelligence die Zurückhaltung.

Hoffnungen auf einen besseren Sommer 2021

Einziger Lichtblick ist die Nachfrage nach Sommerurlaub im nächsten Jahr. Im Juli entfielen 21 Prozent der Buchungsumsätze auf die Sommersaison 2021 – mit einem Zuwachs in Umsatz von 76 Prozent zum Vorjahr. Kumuliert bis Ende Juli haben sich die Sommerumsätze im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt. Dazu trägt die frühe Buchbarkeit von Sommerurlaub 2021 bei – und wahrscheinlich auch die Anreize, abgesagte Reisen aufs nächste Jahr umzubuchen.

Travel Data Intelligence wertet die Buchungsdaten von 2.000 Reisebüros aus, die die den stationären Vertrieb in Deutschland repräsentativ abbilden. Außerdem sind die Online-Umsätze der klassischen Reiseportale und Reiseveranstalter erfasst.

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