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9. August 2021 | 17:35 Uhr
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Holidaycheck kürzt Marketingausgaben drastisch

Die Buchungsplattform investierte im ersten Halbjahr 2021 nur 7,5 Prozent des Vorjahresbudgets in Marketingmaßnahmen. Wichtigster Posten sei der Verzicht auf den Einsatz von Gutscheinen, heißt es. Der Verlust vor Steuern und Zinsen lag bei knapp elf Millionen Euro.

Holidaycheck-Bürogebäude in Bottighofen

Holidaycheck, hier das Bürogebäude in Bottighofen, verbuchte im ersten Halbjahr Verluste im zweistelligen Millionenbereich 

Damit lagen die Verluste, gemessen am EBIT, im ersten Halbjahr noch bei 30 Prozent des Minus in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Den Monat Juni habe Holidaycheck auf Ebene des Konzernergebnisses sogar profitabel abgeschlossen, teilt das Unternehmen mit. Ab Ende Juni hätten allerdings die schrittweise verschärften Reiseregelungen sowie die gesteigerte Aufmerksamkeit für die Delta-Variante zunächst zu einer rückläufigen Buchungsnachfrage sowie zu einer erhöhten Storno- und Umbuchungsquote bereits gebuchter Reisen geführt.

Aktuell belaufe sich sich der Auftragsbestand für gebuchte Reisen mit einem Abreisedatum innerhalb des zweiten Halbjahres 2021 auf über 100 Millionen Euro, auf die bei erfolgter Abreise Provisionsansprüche entstünden, die als Umsatz verbucht würden, heißt es weiter. Diese Reisen seien "aus Vorsichtsgründen" nicht im Umsatz des ersten Halbjahres 2021 ausgewiesen. Zu erwartende Stornierungen von Reisen würden die beschriebenen Provisionsansprüche erfahrungsgemäß noch in einem nicht unerheblichen Umfang mindern. Ohne Einbezug der genannten Provisionsansprüche habe die Holidaycheck Group AG im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz in Höhe von 8,9 Millionen Euro nach minus 1,8 Millionen Euro aufgrund von Rückzahlungen im Vorjahreszeitraum.

Weniger Marketing und Personal

Um die Verluste im Rahmen zu halten, hat Holidaycheck die Sparschraube kräftig angezogen. So sank der Marketingaufwand im ersten Halbjahr auf 600.000 Euro, in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres waren es noch 8,1 Millionen. Ursachen seien verringerte Gutscheinkosten und die "bewusste Einstellung fast aller Marketingaktivitäten ab Mitte März 2020". Dass das Buchungsportal in der Krise nicht wie gewohnt mit Gutscheinen um sich wirft ist nachvollziehbar. Auf einen dauerhaften Verzicht auf derartige Instrumente darf die stationäre Konkurrenz aber wohl nicht hoffen.

Kräftig gespart hat Holidaycheck in diesem Jahr auch beim Personal. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von 100 Stellen, rund 20 Prozent der Belegschaft, angekündigt. Als Personalkosten nennt das Unternehmen für das erste Halbjahr 2021 nun noch 10,7 Millionen Euro; nach 16 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr.