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4. Dezember 2023 | 07:00 Uhr
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Wo man Kanadas Tierwelt im Winter trifft

Biber und Bären, Wölfe und Wapitis, Waschbären, Karibus, Otter und allerlei Rotwild: Wilde Tiere sind in Kanada nie weit weg. Im Herbst und Winter sind die Tiere auf Nahrungssuche, duellieren sich in der Brunftzeit oder ziehen in riesigen Herden durch die Wälder. Ideale Bedingungen für Outdoor-Fans.

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Bären beim Lachsfang lassen sich gut in British Columbia beobachten

Grizzlies beim Lachsfang

Das Knight Inlet ist ein 125 Kilometer langer Fjord bei Glendale Cove, einer einsamen Bucht an der Westküste von British Columbia. In der Bucht kann man Bären beim Lachsfang beobachten. 60 bis 70 Tiere tummeln sich dort jeden Spätsommer und Herbst. Damit man an dem Schauspiel gefahrlos teilnehmen kann, wurden entlang des Wehrs am Glendale Cove Zuschauertribünen aufgestellt, von denen man die Nahrungssuche gesichert und aus nächster Nähe beobachten kann. Tagestouren mit dem Ausflugsboot werden von Telegraph Cove auf Vancouver Island angeboten. Die schwimmende und von Mitgliedern der First Nations betriebene  Knight Inlet Lodge bietet Ausflugsfahrten zu den Aussichtsplattformen als Tagesprogramm. Weitere Grizzly-Touren gibt es im Ort Bella Coola oder in der Wild Bear Lodge in Kaslo.

Die Jagd der Weißkopfseeadler

Auch die Weißkopfseeadler freuen sich auf die Lachswanderung. In Brackendale, einer Gemeinde auf halbem Weg zwischen Vancouver und Whistler am Squamish River, versammeln sich zwischen November und Februar in guten Jahren bis zu 4.000 Weißkopfseeadler, um sich und ihrer Familie Lachse zu fangen. Um dies zu verfolgen, braucht es nur einen Spaziergang: Wer in Brackendale am Squamish River über den Deich flaniert, etwa 70 Kilometer nördlich von Vancouver am Sea-to-Sky-Highway, bekommt das Schauspiel gratis geboten. Auch in Harrison Mills am Fraser River und auf Haida Gwaii kommen Adler-Fans auf ihre Kosten. 

Auf Augenhöhe mit Eisbären

Um Eisbären in freier Wildbahn zu beobachten, gibt es weltweit keinen besseren Ort als Churchill an der Hudson Bay im Norden von Manitoba. Hier leben etwa 4.000 der weltweit rund 26.000 Tiere und verschaffen dem Ort den Titel als Eisbärenhauptstadt der Welt. Vor allem im Herbst bevölkern sie das Eis, wenn die Bucht mit einer gefrorenen Decke überzogen ist, und suchen nach Nahrung. Mehrere Anbieter bringen Besucher mit eigens dafür konstruierten und beheizten Geländefahrzeugen bis an die Eiskante. Dabei bleibt der Abstand zwischen Mensch und Tier gewahrt. Auch an anderen Orten in Kanada sind Begegnungen mit Eisbären möglich. Bei geführten Eisbärentouren in der Wildnis geht es unter anderem in den Wapusk Nationalpark in Manitoba, im Torngat National Park in Neufundland und Labrador oder auf die Baffin Insel in Nunavut.

Wenn die Lachse wandern

Der Herbst ist die Zeit der Lachswanderung, die vor allem im Goldstream Provincial Park auf Vancouver Island beobachtet werden kann. Dabei kehren die Lachse vom Pazifischen Ozean über einige Fjorde und den Goldstream River zum Ort ihrer Geburt zurück, um dort zu laichen und dann zu sterben. Verfolgt werden kann das Schauspiel auf Spazierwegen und Aussichtsplattformen entlang des Flusses. Auch Adams River oder Valemount sind schöne Orte, um die Lachswanderung zu sehen.

Wenn tausende Karibus über die Ebenen ziehen

Mit bis zu 200.000 Tieren ziehen Karibu-Herden im Herbst und Winter in Richtung Süden und wandern dabei über die Ebenen zwischen Alaska, den Northwest Territories und dem Yukon. Nicht selten kreuzen sie dabei den Dempster-Highway, der sich über 700 Kilometer durch den Norden Kanadas zieht. So können Autofahrer auf dem Highway zwischen Whitehorse und Inuvik nicht nur einzelne Tiere vom Wagen aus beobachten, sondern manchmal sogar hunderte oder tausende. Eine halbwild lebende Zuchtherde von 2.500 Rentieren russischen Ursprungs gibt es nördlich von Inuvik. Outfitter bieten Motorschlitten-Touren zu der Herde an. Während des Jamboree-Festivals in Inuvik im Frühjahr werden die Tiere über den Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway getrieben – ein Spektakel für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Vom Schaulaufen der Wapiti-Hirsche

Im Herbst beginnt in den Wäldern des Jasper Nationalparks in den Rocky Mountains die Brunftzeit der Wapiti-Hirsche. In Jasper dauert diese von Anfang September bis Mitte Oktober. Zu dieser Zeit röhrt es mächtig im Wald durch die Brunftschreie der Tiere, sie duellieren sich und werben um Weibchen. So schön das Schauspiel auch ist: Man sollte das Auto nicht verlassen und nach Anraten der kanadischen Parkbehörde auch bei Wanderungen immer eine Distanz von mindestens 30 Meter zu den Hirschen wahren. Auf Nummer sicher geht man auf geführten Wildlife-Touren. Größere Wapiti-Herden ziehen auch durch den Prince Albert National Park in Saskatchewan oder den Riding Mountain National Park in Manitoba.

Sven Schneider

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