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13. Januar 2020 | 15:53 Uhr
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Bahn blamiert sich nach Kundenkritik auf Social Media

Einer schwangeren Kundin, die sich beschwerte, dass sich eine Mitarbeiterin weigerte, ihr beim Hineinheben ihren Kinderwagens in den Zug behilflich zu sein, entgegnete das Social-Media-Team auf Twitter, dies habe versicherungsrechtliche Gründe. Das Peinlichste daran für das Schienenunternehmen: Die Info war falsch.

"Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert. Unsere Antwort auf Ihren Tweet war bedauerlicherweise falsch. Dafür möchten wir uns schon einmal auf diesem Wege ausdrücklich bei Ihnen entschuldigen", teilte die Bahn am Montag via Twitter mit. Bis dahin hatten nach Informationen  der "Welt" rund 140.000 Nutzer den Tweet der Kundin gelesen, in dem sie schrieb: "Wie soll das gehen, @DB_Bahn, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein?"

Das Social-Media-Team der Bahn hatte daraufhin geantwortet: "Hallo, die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen." Sie hätte für Hilfe beim Ein- und Aussteigen den Mobilitätsservice bestellen müssen, hieß es obendrein. Das sorgte, wenig verwunderlich, für einen langanhaltenden Entrüstungssturm. Warum es fast zwei Tage dauerte, bis sich die Bahn zu der Erkenntnis durchringen konnte, dass sie unsinn verbreitete, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Warum der Münchnerin trotzdem nicht geholfen wurde, werde man nun aufarbeiten, erklärte das unternehmen immerhin später. "Darüber hinaus wird DB Regio den direkten Kontakt zu unserer Kundin suchen und sich entschuldigen.“, teilte die Sprecherin mit. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die die Kundin hatte. Unsere Antwort auf den Tweet der Kundin tut uns leid."

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