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10. Juni 2021 | 18:59 Uhr
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Fernreiseziele hinken beim Impfen weit hinterher

Während der Tourismus in Europa dank Impffortschritt langsam wieder erwacht, geht es in vielen beliebten Fernreisezielen bei der Immunisierung kaum voran. Thailand hat gerade mal zwei Prozent seiner Bevölkerung vollständig geimpft, Jamaika nicht mal ein Prozent, Kenia so gut wie noch niemand. Bis die Traumziele wieder sicher sind, wird es wohl noch dauern.

Thailand Krabi Railay Beach Foto iStock Preto_perola.jpg

Eigentlich kam Thailand bislang gut durch die Pandemie. Das Traumziel reagierte früh mit rigorosen Maßnahmen wie strengen Quarantänemaßnahmen für Besucher. Statt fast 90.000 Toten wie in Deutschland gab es in Thailand offiziell nur 1.200 Opfer. Auch die Inzidenz war lange deutlich niedriger als bei uns.

Zwei Wochen Quarantäne im Hotel sind für die meisten Urlauber allerdings nicht die Gastfreundschaft, die sie von Thailand gewohnt sind. Kein Wunder, dass kaum noch Urlauber kommen. Dass dies wenig attraktiv ist, geht nun auch der Militärregierung auf, die langsam merkt, dass die Devisen der internationalen Touristen fehlen.

Impfung in Zielgebieten einziger Weg aus der Pandemie

Ohne Impfung der Bevölkerung gibt es aber kaum einen Weg zurück zur Normalität. Doch hier ist bislang wenig passiert. Bis Mittwoch waren erst zwei Prozent der Thais vollständig geimpft, obwohl das Vakzin Astrazeneca im Land produziert wird. Jetzt setzt die Regierung in Bangkok und Phuket Massenimpfungen an, um den Tourismus zu retten, berichtet die Deutsche Welle. Allein im Juni sollen dort sechs Millionen Impfdosen verabreicht werden. Wenn 70 Prozent geimpft sind, könne die Quarantäne in Phuket wegfallen.

Thailand ist bei weitem nicht das einzige Fernreiseziel, in dem Impfen bislang ein Fremdwort war. Auch andere Traumziele in Asien sind abgehängt. In Vietnam ist die Impfquote mit 0,04 Prozent kaum quantifizierbar. Beliebte Urlaubsländer wie Sri Lanka mit 1,7 Prozent. Malaysia kommt nicht mal auf vier Prozent. Weiter sind etwa die Malediven und Singapur mit jeweils immerhin 32 Prozent vollständig Geimpften.

In Afrika noch ein weiter Weg

Australien hat zwar sehr wenige Fälle, aber auch kaum Impfungen. Nur zweieinhalb Prozent der Bevölkerung sind komplett immunisiert. So lange das so ist, dürften die Grenzen Down Under für Touristen geschlossen bleiben. Nicht wesentlich besser sieht es in Neuseeland aus, wo knapp sechs Prozent vollständig geimpft sind.

In Afrika sieht es nicht anders aus. In Kenia sind mit 0,09 Prozent nicht einmal einer von tausend geimpft. Manches Tourismusunternehmen prescht allerdings auf eigene Faust vor. So sind laut Severin Travel Africa alle Mitarbeiter der Sea Lodge und des Safari Camps geimpft. Namibia kommt auf knapp ein halbes Prozent Impfquote, Südafrika auf 0,8 Prozent. Dort sind nicht einmal eine halbe Million der rund 60 Millionen Menschen bislang geimpft. Das 100-Millionen-Volk Ägypten kommt auch nur auf eine Impfquote von einem halben Prozent. Dort nimmt die Kampagne aber Fahrt auf.

Große Unterschiede in der Neuen Welt

In der beliebten Karibik fällt Kuba auf, wo erst 1,5 Prozent immunisiert sind. Kuba hat einen eigenen Impfstoff entwickelt, der nun in großem Maßstab an die Bevölkerung verabreicht wird. Im August sollen dann 70 Prozent der Kubaner geimpft sein. In der Dominikanischen Republik sind immerhin schon 15 Prozent mit zwei Dosen versorgt, immerhin 38 Prozent mit einer. Jamaika fällt da weit zurück, dort sind nicht einmal ein Prozent komplett geimpft.

Obwohl Präsident Jair Bolsonaro Corona immer noch herunterspielt, kommt Brasilien immerhin auf elf Prozent Impfquote. Ein Viertel der Brasilianer ist wenigstens einmal geimpft. Chile hat bald die Hälfte seiner Bürger geschützt, Argentinien kommt nur auf sieben Prozent, Peru bleibt unter fünf Prozent. Mexiko erreicht eine Impfquote von 11 Prozent, Costa Rica 14 Prozent.

Zurück liegt übrigens auch Kanada. Anders als die USA, wo gut 42 Prozent vollständig geimpft sind, kommt Kanada erst auf neun Prozent. Die Erstimpfung haben aber schon 63 Prozent der Kanadier erhalten.

Die Angaben in diesem Artikel stammen von der Website Corona in Zahlen, die weltweit die Daten zur Pandemie aktuell aufbereitet.