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20. Juli 2026 | 09:12 Uhr
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Iberostar stellt Betrieb aller Hotels auf Kuba ein

Die spanische Hotelkette Iberostar hat zum 20. Juli ihre letzten sechs verbliebenen Hotels auf Kuba bis auf Weiteres geschlossen. Gleichzeitig haben nahezu alle großen deutschen Reiseanbieter und Buchungsportale die Karibikinsel aus ihrem Angebot genommen.

Parque Central

Das Hotel Havana Parque Central soll laut Iberostar weiterhin geöffnet bleiben. Er wird künftig jedoch von der kubanischen Cubanacan Group vermarktet, der das Hotel gehört. 

Als Grund für die Schließung nennt Iberostar gegenüber Reise vor9 die schwierige wirtschaftliche Situation auf Kuba. Laut dem Unternehmen wurden die betroffenen Reiseveranstalter, deren Kunden bestätigte Buchungen ab dem 20. Juli hatten, bereits über die Änderungen informiert. Zur weiteren Zukunft des Kuba-Geschäfts könne man derzeit keine Auskunft geben. 

Von 18 Hotels auf null, eine Krise in Etappen bei Iberostar Kuba

Die Komplettschließung ist das vorläufige Ende einer monatelangen Abwärtsspirale. Noch zu Jahresbeginn 2026 betrieb Iberostar Cuba 18 Hotels auf der Insel, als eigenständige Organisation mit internationalem Management, direkt an das Hauptquartier in Spanien angebunden.

Damals herrschte noch vorsichtiger Optimismus: In einem Pilotprojekt im Hotel Origin Laguna Azul in Varadero erprobte Iberostar ein neues Managementmodell mit mehr Freiheiten bei Personalentscheidungen und Gehältern. Qualität sollte das Leitprinzip für 2026 werden, erklärte Marketing- und Kommunikationsdirektor Alexeis Torres Velázquez damals gegenüber Reise vor9. Davon ist nun nichts mehr übrig.

Auch der spanische Wettbewerber Meliá hat sein Angebot drastisch reduziert

Der entscheidende Einschnitt folgte Anfang Juni 2026: Neue US-Sanktionen, die ab dem 5. Juni ausländische Unternehmen betreffen, sofern diese mit dem kubanischen Militärkonglomerat GAESA und dessen Tourismussparte Gaviota S.A. kooperieren, zwangen Iberostar zum Rückzug aus zwölf Hotels. Übrig blieben sechs Hotels ohne Gaviota-Verbindung. Sie sind nun ebenfalls geschlossen.

Einen Sonderfall stellt lediglich das Hotel Havana Parque Central dar. Das Haus soll laut Iberostar weiterhin in Betrieb bleiben, wird künftig jedoch von der kubanischen Cubanacan Group vermarktet, der das Hotel gehört. 

Iberostar steht mit der Einstellung des Betriebs nicht allein. Auch der spanische Konkurrent Meliá, zuletzt mit 35 Hotels auf der Insel vertreten, hat seine Zusammenarbeit mit Gaviota beendet und darüber hinaus die meisten Hotels geschlossen. Aktuell sind nach Recherchen von Reise vor9 bei Meliá noch sechs Häuser geöffnet: zwei in Havanna, drei in Varadero und eines in Cienfuegos.

Kuba ist aus Deutschland praktisch nicht mehr buchbar

Wer derweil derzeit versucht, ein Hotel auf Kuba über in Deutschland gängige Anbieter oder OTA zu buchen, läuft ins Leere. Eine Stichprobe auf den großen Buchungsplattformen und bei Reiseveranstaltern ergibt ein einheitliches Bild: Bei Tui.com, Dertour, Opodo, Booking.com und Check24 lassen sich keine Unterkünfte auf Kuba mehr finden. Die Anbieter dürften die Buchungsmöglichkeit aus Sorge vor möglichen US-Sanktionen komplett eingestellt haben. Als praktisch einzige Alternative bleibt derzeit Airbnb. Die Plattform verfügt nach wie vor über ein umfangreiches Angebot an privaten Unterkünften auf der Insel.

Pascal Brückmann

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