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2. Oktober 2020 | 13:19 Uhr
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Wie TUI & Co. das Kanaren-Geschäft wiederbeleben wollen

Mit sieben Flügen pro Woche steuert die konzerneigene Airline Tuifly Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote und Fuerteventura wieder an. Auch FTI will zahlreiche eigene Flüge auf die Inseln auflegen; allerdings erst im Dezember. Die Kanaren selbst arbeiten unterdessen an einem Konzept für flächendeckende Schnelltests bei der An- und Abreise.

Lanzarote Lago Verde

Das Geschäft mit den Kanaren, hier Lanzarote, soll wieder anziehen

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"Es gibt keinen sachgerechten Grund, auf den Düsseldorfer Markt zu gehen oder in Frankfurt über die Zeil zu spazieren, aber nicht am Strand von Fuerteventura", sagte TUI-Chef Fritz Joussen vor Journalisten in Frankfurt. TUI wolle mit der Wiederaufnahme des Kanaren-Geschäfts ein Zeichen setzen, so Joussen weiter. "Früher war die Reisewarnung ein Verbot, heute ist die Reisewarnung eine Warnung." Die Urlauber seien nur angehalten, die Vorsichtsregeln gegen eine Infektion einzuhalten, zitiert ihn die Nachrichtenagentur "Reuters“. Mit den Tuifly-Verbindungen will er vor allem die Hotels von Konzernbeteiligungen wie Riu auslasten.

FTI ab Dezember mit eigenen Charterflügen

Auch bei FTI sollen die Kanaren im Winter eine wichtige Rolle spielen. An eigene Flugketten trauen sich die Münchener allerdings erst im Dezember heran. Dann soll die bulgarische Airline Holiday Europe Kunden des Veranstalters von Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig jeweils einmal pro Woche nach Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote bringen. Auch FTI betreibt auf den Kanaren eine Reihe von Hotels unter eigenen Marken.

DER Touristik und Schauinsland Reisen zögern derzeit noch, trotz Reisewarnung Reisen auf die Kanaren anzubieten. Beide sagen bislang alle Reisen in nächster Zeit ab. Von DER Touristik heißt es allerdings auch, man beobachte genau, "wie das Auswärtige Amt die Reisehinweise, Sicherheitshinweise und Reisewarnungen im Hinblick auf die konkrete Infektionslage und die Hygienemaßnahmen für die einzelnen Länder formuliert, und wie der Wettbewerb mit diesen behördlichen Informationen umgeht".

Schnelltests bei der Ein- und Ausreise

Die Regionalregierung der Kanaren hofft unterdessen, dass mit sinkenden Infektionszahlen auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für den Archipel, oder zumindest für einzelne Inseln bald fällt. Und sie bereitet eine Teststrategie vor. In Abhängigkeit von den Infektionszahlen ihrer Heimatregion und auf freiwilliger Basis sollen den Urlaubern bei ihrer Ankunft auf den Kanaren zunächst "selektive" Antigentests angeboten werden, die schon in etwa einer Stunde Aufschluss über eine Corona-Infektion liefern, berichten spanische Medien unter Berufung auf Tourismusministerin Yaiza Castilla. 

Später sollen nach dem Willen der Regierung PCR-Tests bei sämtlichen ankommenden Reisenden an den acht Flughäfen und in den Häfen durchgeführt werden. Stunden vor ihrer Abreise soll den Urlaubern ein weiterer Test ermöglicht werden. Der Einsatz der neuen Schnelltests könnte dieses Prozedere wesentlich erleichtern.

Politische Hürden

Mit ihrer Teststrategie verfolgen die Kanarischen Inseln dasselbe Ziel wie die europäische Luftfahrt- und Tourismusindustrie: Schnelltests sollen Quarantäneaufenthalte überflüssig machen. Nach Informationen des „Mallorca Magazins“ gilt es zuvor aber noch, politische, rechtliche und bürokratische Hürden zu überwinden: Die Kontrolle von Einreisenden aus dem Ausland unterliege eigentlich den Behörden und Polizeiapparaten der Zentralregierung, die das bisher nicht aus der Hand geben wollten, heißt es.

Christian Schmicke

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