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7. August 2019 | 07:00 Uhr
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Airbnb will Preistreiberei-Vorwurf mit Studie entkräften

Nicht die Angebote der Sharing-Plattform, sondern die Tatsache, dass in Metropolen zu wenig Wohnraum geschaffen worden sei, verursache die kräftigen Preisanstiege der vergangenen Jahre, lautet die Hauptthese der Studie. So würden in Berlin rund 2.600 Komplettwohnungen gewerblich als Touristenunterkunft genutzt. Insgesamt fehlten der Stadt aber 114.799 Wohneinheiten.

Die Daten hat das Berliner Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut Empirica erhoben. Die „Zweckentfremdung“ von Wohnraum durch gewerbliche Ferienvermietung, die bei mindestens 137 vermieteten tagen im Jahr angesetzt wird, entspreche in Berlin nur 1,5 Prozent der 114.799 Wohneinheiten, die zwischen 2007 und 2017 in der Hauptstadt zu wenig gebaut worden seien. In München würde Airbnb demnach 0,7 Prozent zum Mangel beitragen, in Hamburg ein Prozent.

Insgesamt vermittelt Airbnb nach eigener Auskunft in Berlin derzeit 13.045 komplette Wohnungen, hinzu kommen 13.455 Zimmer als Teil einer Wohnung. In Hamburg sind es 5.883 Wohnungen und 3.517 Zimmer, München kommt auf 6.016 Wohnungen und 4.984 Zimmer und Dortmund auf 185 Apartments und 385 Zimmer.

Die Gästezahlen, die sich daraus ergeben und die Airbnb in der Studie erstmals veröffentlicht, sind allerdings beachtlich. Demnach empfingen die Gastgeber in Berlin 2018 rund 837.000 Besucher, die es auf gut zwei Millionen Übernachtungen brachten. In Hamburg blieben 287.000 Gäste 586.000 Nächte, in München sorgten 250.000 Besucher für 504.000 Übernachtungen und in Dortmund 19.000 Reisende für 32.000 Übernachtungen.

Die Verfasser der Studie behaupten, dass das Gästevolumen der Sharing-Plattformen "vermutlich indirekt den Wohnungsmarkt entlastet“, weil „mehr Bauflächen für alternative Nutzungen jenseits des traditionellen Beherbergungsgewerbes" zur Verfügung stünden. Mit anderen Worten. Je stärker Airbnb wird, desto weniger Hotels werden gebaut.

Die Zahlen, die die Studie vorlegt, sind letztendlich vor allem deshalb interessant, weil sie einen Einblick in das Wohnungs- und Übernachtungsvolumen von Airbnb in wichtigen deutschen Städten liefern. Die Debatte darum, wie stark der Einfluss der Sharing-Angebote auf die Mietpreise ist, werden sie aber ganz sicher nicht beenden.  

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