Airlines drehen weiter an den Ticketpreisen
Hohe Kerosinkosten treiben logischerweise auch die Flugpreise nach oben. Eine Auswertung des Datendienstleisters Cirium für das Handelsblatt zeigt, dass sich vor allem Economy-Class-Tickets in Europa und über den Atlantik verteuert haben. Bei Ryanair, Easyjet und Wizz Air lagen die Europatarife im Mai gut 15 Prozent über Februar.
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Die Flugpreise ziehen weiter an
Besonders kräftig erhöhten die europäischen Billig-Airlines ihre Preise. Ein Economy-Class-Ticket bei Ryanair, Easyjet oder Wizz Air kostete auf innereuropäischen Strecken im Februar durchschnittlich 73,14 Dollar, im Mai waren es 84,37 Dollar. Das entspreche einem Plus von 15,35 Prozent, so das Handelsblatt (Abo).
Der längerfristige Vergleich falle noch deutlicher aus. Seit Mai 2025 stiegen die Tarife der drei Anbieter um 39,2 Prozent, seit Anfang 2024 hätten sie sich mehr als verdoppelt. Die Analyse berücksichtigt laut der Recherche Durchschnittspreise ohne Steuern und Gebühren, also den Anteil, der bei den Airlines verbleibt.
Netzwerk-Airlines erhöhen ebenfalls
Lufthansa, IAG und Air France-KLM verlangten in der Economy-Class auf Europastrecken im Mai 7,2 Prozent mehr als im Februar. Gegenüber Mai 2025 beträgt das Plus 10,3 Prozent, seit Anfang 2024 rund 48 Prozent.
Auch auf Transatlantikstrecken verteuerte sich die Economyklasse laut der Analyse deutlich. Die drei europäischen Airline-Gruppen verlangten im Mai durchschnittlich 649 Dollar, gut 20 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Bei United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines betrug der Aufschlag etwa 22 Prozent.
In der Business Class blieben die Preise auf diesen Routen dagegen weitgehend stabil oder gingen seit Beginn des Nahostkonflikts leicht zurück. Die Fluggesellschaften versuchen ihre Mehrkosten damit vor allem in der Economy Class und auf Europastrecken weiterzugeben.
Airlines verknappen Kapazitäten
In der zweiten Jahreshälfte wollen die Gesellschaften die verbliebenen Mehrkosten stärker an die Kunden weiterreichen. Lufthansa-Finanzchef Till Streichert kündigte an, höhere Treibstoffkosten durch steigende Preise wieder hereinzuholen.
Lufthansa, IAG und Air France-KLM haben dafür Kapazitäten aus ihren Flugplänen genommen. Ein knapperes Angebot soll höhere Durchschnittserlöse ermöglichen. Lufthansa reduzierte etwa ihre Kapazität auf Nordamerikastrecken im zweiten Quartal um 5,3 Prozent und steigerte dort die Durchschnittserlöse um 1,7 Prozent.