Am späten Abend sind Flüge besonders störanfällig
Flüge ab Deutschland sind laut einer Auswertung von Airhelp besonders häufig am späten Nachmittag und kurz vor Mitternacht von Verspätungen und Ausfällen betroffen. Die höchste Störquote liegt bei Abflügen um 23 Uhr, 16 Uhr und 15 Uhr, am zuverlässigsten sind frühe Starts zwischen 4 und 5 Uhr. Im Wochenverlauf schneidet der Dienstag am besten ab, der Freitag am schlechtesten.
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Tageszeiten und Wochentage spielen eine Rolle bei der Störanfälligkeit von Flügen
Wer Flugstörungen vermeiden will, sollte nach Daten von Airhelp vor allem auf die Abflugzeit achten. Der Fluggastrechtedienstleister hat alle Abflüge aus Deutschland für das Jahr 2025 ausgewertet und kommt zu einem klaren Ergebnis: Besonders häufig treten Verspätungen und Ausfälle am späten Nachmittag und in den späten Abendstunden auf.
Am anfälligsten sind Flüge zwischen 23 und 24 Uhr. In diesem Zeitfenster liegt die durchschnittliche Störquote laut Airhelp bei 39 Prozent. Den Spitzenwert erreicht der Abschnitt zwischen 23 und 23:15 Uhr mit fast 44 Prozent. Auch am Nachmittag ist das Risiko hoch. Um 16 Uhr sind knapp 38 Prozent der Flüge betroffen, um 15 Uhr annähernd ebenso viele.
Früher Morgen schneidet deutlich besser ab
Am verlässlichsten ist dagegen der frühe Morgen. Abflüge um 5 Uhr weisen mit rund 12 Prozent die niedrigste Störquote auf, gefolgt von 4 Uhr. Schon ab 6 Uhr steigt sie wieder deutlich auf 18 Prozent. Airhelp führt das darauf zurück, dass sich kleine Störungen im Tagesverlauf aufschaukeln und späte Abflüge deshalb häufiger betroffen sind.
Die Analyse zeigt auch, dass Verspätungen am späten Abend im Schnitt länger dauern. Zwischen 23 und 24 Uhr wurden die längsten durchschnittlichen Verzögerungen gemessen, mit 72 Minuten. Besonders kritisch war das Zeitfenster zwischen 23:30 und 23:45 Uhr. Hier mussten Passagiere im Schnitt 111 Minuten warten.
Auch zwischen 22 und 23 Uhr lag die durchschnittliche Wartezeit mit 57 Minuten hoch. Für 1 Uhr ermittelte Airhelp noch 53 Minuten. Die geringsten Wartezeiten wurden dagegen um 10 Uhr, 9 Uhr und 11 Uhr verzeichnet, mit 40 beziehungsweise 41 Minuten.
Dienstag am stabilsten, Freitag am riskantesten
Auch der Wochentag beeinflusst laut Airhelp die Wahrscheinlichkeit von Störungen. Am schlechtesten schnitt 2025 der Freitag ab. An diesem Tag waren 29 Prozent der Flüge verspätet oder fielen aus. Auch samstags bleibe die Lage angespannt, mit einer Quote von 28,5 Prozent, heißt es weiter. Die besten Chancen auf einen störungsfreien Start biete dagegen der Dienstag. Hier liege die Quote bei 22 Prozent.
Im Jahresverlauf zeigen sich ebenfalls klare Unterschiede. Der Dezember war 2025 der problematischste Monat. Mehr als ein Drittel aller Flüge war verspätet oder fiel aus.
Dahinter folgten der Juli mit 35 Prozent und der September mit 34 Prozent. Deutlich stabiler verlief der Flugbetrieb im Frühjahr. Im Februar lag die Quote bei 17,6 Prozent, im März bei 17,8 Prozent und im April bei 18,2 Prozent.
Die Analyse basiert auf Flugdaten des vergangenen Jahres und berücksichtigt planmäßige Abflugzeiten sowie tatsächliche Abweichungen im Betrieb. Für Reisende ergibt sich daraus eine einfache Faustregel: Früh fliegen, möglichst dienstags reisen und späte Starts am Freitag eher meiden.
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