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17. September 2021 | 14:44 Uhr
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Amadeus verspricht Reisebüros Zugang zu NDC-Content

Die Dynamik um das Datenformat NDC für Flugbuchungen habe sich in den letzten 18 Monaten beschleunigt, erklärt der IT-Dienstleister Amadeus auf Basis einer eigenen Studie. Bis zum Jahresende werde "jedes an Amadeus angeschlossene Reisebüro in der Lage sein, NDC-Angebote zu buchen“,  kündigt Amadeus-Manager Ángel Gallego an.

Flugzeugstart Foto iStock Jag_cz

NDC soll für Airlines und Vertrieb weiter an Bedeutung gewinnen, meint Amadeus

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Die Technologie, die NDC zugrunde liege, habe sich "erheblich weiterentwickelt“, so das Technik-Unternehmen. Reiseverkäufer könnten nun NDC-Content sowie Low-Cost-Carrier-Angebote, die über Schnittstellen bereitgestellt würden, über die Amadeus Travel Platform in einer Darstellung abrufen. Die jüngsten Verbesserungen bei der Bearbeitung und Vorbereitung der Mid- und Back-Office-Systeme von Reisebüros seien ein "Schlüssel für die Nutzung in großem Umfang in den kommenden Monaten und Jahren“.

Bis zum Jahresende werde "jedes an Amadeus angeschlossene Reisebüro in der Lage sein, NDC-Angebote zu buchen, neben Content, der aus anderen Quellen stammt“, erklärt daher Ángel Gallego, Executive Vice President Travel Distribution bei Amadeus.

Airlines arbeiten an Preisen und Paketen

Fluggesellschaften hätten ihrerseits begonnen, maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung zu stellen und mit neuen Preisfindungsmodellen sowie neuen Arten von Paketangeboten zu experimentieren. Mittlerweile seien 2.500 Reisebüros "aller Schwerpunkte und Größen in 50 Märkten" in der Lage, mit Amadeus-Lösungen wie der Selling Platform Connect, der Travel API oder Cytric Travel & Expense Airline-Content über NDC zu buchen und zu bearbeiten.

Barrieren, die einer breiten Nutzung von NDC im Wege stünden, macht Amadeus in der Notwendigkeit, die Systeme der Fluggesellschaften auszubauen und der Einführung eines gemeinsamen NDC-Standards und die Umstellung der Mid- und Back-Office-Systeme für Reiseverkäufer aus. Die Branche müsse intensiver zusammenarbeiten, um die Nutzung von NDC voranzutreiben, heißt es weiter.

Vom Gegner zum Treiber

Zum Hintergrund: NDC war eigentlich von den Airlines vorangetrieben worden, um den Verkauf von Zusatzleistungen über deren verbesserte Darstellung zu erleichtern. Zugleich will etwa Lufthansa Kunden damit auf die eigenen Vertriebskanäle umleiten. Zahlreiche Airlines führten zusätzliche Gebühren für die Buchung über GDS wie Amadeus ein und stellten einige Tarife ausschließlich Vertriebspartnern mit direkten Schnittstellen zur Verfügung.

Nachdem die GDS-Anbieter wie Amadeus, Sabre oder Travelport zunächst erfolglos versuchten, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen, wechselten sie die Strategie und arbeiten seither daran, ihre eigenen Plattformen mit NDC-Content zu versorgen. Der Appell von Amadeus, die Branche möge bei dessen Weiterentwicklung enger zusammenarbeiten, muss insofern auch als Versuch verstanden werden, die eigene Rolle wieder stärker in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken.

Verbraucher von heute hätten an Reiseunternehmen die gleichen Erwartungen wie an andere Marken, zum Beispiel an Amazon, Netflix und Spotify, heißt es von Amadeus. Die Produktauswahl solle ein "nahtloses, relevantes und personalisiertes Erlebnis“ sein. NDC bilde "eine Grundlage des digitalen Vertriebs für den Aufbau einer schnell reagierenden und agileren Branche, die in der Lage ist, die sich ständig ändernden Bedürfnisse der Reisenden zu erfüllen".

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