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11. Juni 2020 | 12:56 Uhr
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Bei Lufthansa stehen 22.000 Jobs auf dem Spiel

Die Airline beziffere den "rechnerischen Überhang“ auf 22.000 Vollzeitstellen, teilte sie nach einem Tarifgipfel mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi mit. Zuletzt war lediglich von "deutlich mehr als 10.000 Stellen“ die Rede gewesen.

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Lufthansa rechnet nur mit einer langsamen Wiederbelebung des Geschäfts  

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Ziel sei es nun, durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen möglichst betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, erklärte Lufthansa. "Ohne eine signifikante Senkung der Personalkosten während der Krise verpassen wir die Chance eines besseren Re-Starts aus der Krise und riskieren, dass die Lufthansa Group deutlich geschwächt aus der Krise hervorgeht“, wird Personal-Vorstand Michael Niggemann zitiert. Man setze alles daran, mit den Tarifpartnern bis zum 22. Juni 2020 zu konkreten Ergebnissen zu kommen.

"Entweder wir verteilen die Arbeit auf mehr Köpfe, oder viele Tausende müssten gehen. Spätestens dann, wenn die Kurzarbeit ausläuft“, hatte CEO Carsten Spohr kürzlich in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erklärt.

Lufthansa rechnet damit, dass die Erholung der Nachfrage im Luftverkehr nur langsam verläuft. CEO Spohr geht davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise um rund 100 Flugzeuge kleiner sein wird. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften, heißt es.

Gewerkschaften zu Zugeständnissen bereit

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sagte, sie sei bereit, bis zur außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni an einer Lösung mitzuwirken. Zugleich fordert sie einen Kündigungsschutz für die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns. Ufo zufolge entspricht der rechnerische Überhang im Konzern sogar 26.000 Arbeitsplätzen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekräftigte ebenfalls ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen im Umfang von 350 Millionen Euro. Für den einzelnen Piloten bedeute dies einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent. Im Gegenzug erwarte man vom Konzernvorstand, dass er "sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt“, sagte Cockpit-Präsident Markus Wahl.

Die Aktionäre müssen das Lufthansa-Rettungspaket im Umfang von neun Milliarden Euro auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni noch absegnen. Lufthansa-Chef Spohr will der Hauptversammlung dann ein Sparkonzept präsentieren. Der Konzern, der im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingeflogen hatte, beschäftigt insgesamt rund 138.000 Mitarbeiter.

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