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19. November 2021 | 16:10 Uhr
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Branchenvertreter begrüßen Ü-III-plus-Verlängerung

Nachdem sich das Bundesfinanz- und das Wirtschaftsministerium auf eine Verlängerung der Überbrückungshilfe verständigt haben, atmen viele Touristiker auf. Auch die Hotellerie zeigt sich erleichtert.

Überbrückungshilfen

Die Überbrückungshilfe wird bis Ende März weiter gewährt

Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen sei "die Verunsicherung der Menschen riesengroß" und die Buchungszahlen gingen wieder spürbar zurück, sagt etwa Markus Orth, Chef der Lufthansa City Center. Deshalb sei die Entscheidung, die Hilfen zu verlängern, "alternativlos".

Derzeit und auch absehbar sei die Krise für die Reisewirtschaft noch nicht vorbei, erklärt auch DRV-Präsident Norbert Fiebig. Er sei erleichtert über die Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz. Schließlich zeige die anstehende Wintersaison zum Buchungsstand Ende September insgesamt noch einen hohen Rückstand von minus 50 Prozent im Vergleich zum Winter 2019/20. Ein Umsatzniveau annähernd wie vor der Pandemie werde sich "wohl frühestens 2023 einstellen", so der DRV-Chef.

Der DRV hatte sich, wie auch eine Reihe weiterer Lobbyorganisationen, darunter der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, seit Wochen für eine Verlängerung der Überbrückungshilfe eingesetzt. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges erklärte, das Gastgewerbe leide immer noch unter den verheerenden Coronafolgen. Von Normalumsätzen sei die Branche noch weit entfernt.

Dagegen forderte Marija Linnhoff, Chefin des Reisebüroverbandes VUSR, die Ausschüttung der Hilfen "nach dem Gießkannenprinzip" müsse zum Jahreswechsel beendet werden, weil sie schlecht wirtschaftende Akteure in der Branche begünstige.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstagabend auf eine Verlängerung von Ü III plus geeinigt. Fachpolitiker der möglichen neuen Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP tragen die Entscheidung mit. Allerdings ist noch nicht ausgemacht, dass die Überbrückungshilfe im nächsten Jahr tatsächlich ohne Änderungen fortgesetzt wird. Jedenfalls will die Nachrichtenagentur DPA aus Koalitionskreisen erfahren haben, dass über die genauen Förderbedingungen noch verhandelt wird.

Christian Schmicke