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5. November 2019 | 07:00 Uhr
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Cook-Veranstalter in Oberursel endgültig vor dem Aus

Weil bislang "kein belastbares Angebot" für sie vorliege, müsse die Thomas Cook Touristik GmbH die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember vorbereiten, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Für Bucher und Öger Tours sowie für die Reisebüros bestehe weiter Hoffnung.

Thomas Cook Zentrale Oberursel

Thomas Cook Deutschland: Am 1. Dezember ist wohl Schluss

"Trotz unermüdlicher Verhandlungen spielt nun die Zeit gegen uns, so dass zum jetzigen Zeitpunkt kein konkretes Angebot für den Veranstalterbereich der Thomas Cook Touristik GmbH vorliegt", sagt Rechtsanwalt Fabio Algari, vorläufiger Insolvenzverwalter der Thomas Cook GmbH. Man habe "noch bis gestern in einem Verhandlungsmarathon alle Möglichkeiten ausgelotet und unzählige Gespräche geführt, die uns immer wieder die Attraktivität unseres Unternehmens bestätigt haben und wirklich Hoffnung auf eine Zukunft machen", erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefanie Berk.

Thomas Cook Deutschland sei "ein profitabler Veranstalter und unverschuldet von der Insolvenz der britischen Konzernmutter mitgerissen worden", sagt Berk. Man führe "nach wie vor Gespräche" und werde "alle sich bietenden Chancen nutzen, um für die Mitarbeiter und die unterschiedlichen Bereiche eine Zukunftslösung zu finden".

Öger und Bucher können vielleicht weitermachen

Besser als für die Thomas-Cook-Zentrale stehen die Chancen offenbar für die Töchter Öger Tours in Hamburg und Bucher Reisen in Meerbusch. Es würden "auf jeden Fall einzelne wertvolle Unternehmensteile veräußert werden können", sagt Julia Kappel-Gnirs, vorläufige Insolvenzverwalterin der Bucher Reisen & Öger Tours GmbH. Die Verhandlungen über deren Fortführung seien "sehr weit fortgeschritten". Täglich kämen weitere Interessenten dazu, so dass man damit rechne, für die Standorte Hamburg und Meerbusch eine Lösung zu finden.

Auch die Hotel-Franchisesysteme Sentido und Smartline sowie das dazugehörige Personal sollen einen neuen Besitzer erhalten, kündigen die Insolvenzverwalter an. Und auch für die Thomas-Cook-eigene Reisebürokette und das Franchise-Reisebürosystem stehe man in "finalen Verhandlungen". "Wir gehen davon aus, dass es für den überwiegenden Teil der Büros Fortführungslösungen geben wird", so Kappel-Gnirs. Für die E-Commerce-Plattform "Golden Gate" sowie die Markennamen Neckermann und Air Marin bestünden ebenfalls gute Chancen, einen Käufer zu finden.

Callcenter GfR "kurz vor Einigung"

Für die nicht insolvente Gesellschaft für Reisevertriebssysteme mbH (GfR) in Bochum läuft, wie bereits berichtet, ein separater Investorenprozess, in dem mehrere Angebote von Finanzinvestoren und strategischen Investoren wie anderen Callcenter-Betreibern vorliegen sollen. "Auch hier sind wir zuversichtlich, dass wir in Kürze zu einer Einigung kommen", bekräftigt Julia Kappel-Gnirs.

Durch die angestrebten Verkäufe der Unternehmensteile der Thomas-Cook-Gesellschaften wären gut die Hälfte der aktuell rund 2.100 Thomas Cook-Arbeitsplätze in Deutschland gesichert, heißt es.

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