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2. August 2021 | 16:36 Uhr
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Corona ändert Mobilitätsverhalten nicht

Eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) hat ermittelt, dass weder beim Geschäftsreiseverkehr noch bei der Freizeitmobilität eine tiefgreifende dauerhafte Veränderung zu erwarten ist. Die Mobilitätsrevolution durch Corona fällt offenbar aus.

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Nach der Pandemie steigen wieder mehr Menschen ins Flugzeug

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Das ISI ging der Frage nach, ob die Corona-Pandemie die Individualmobilität der Deutschen dauerhaft oder nur punktuell verändert hat. Schließlich seien wegen der zahlreichen Einschränkungen in diesem Zusammenhang zeitintensives Pendeln sowie tägliche Staus weggefallen, und Urlaube im eigenen Land seien plötzlich angesagt gewesen, so die Überlegung. Im August 2020 und im April 2021 wurden Bundesbürger dazu befragt, wie sich ihre Wege, etwa bei Dienst- und Freizeitreisen, sowie die Wahl der Verkehrsmittel nach den Corona-Beschränkungen ändern würden. Im Fokus lagen Großstädte, weil hier der Umstieg auf neue Verkehrsmittel aufgrund vieler verfügbarer Alternativen besonders leicht fällt und die Potenziale für den Klimaschutz am größten sind.

Keine Mobilitätsrevolution

Die Ergebnisse legen nahe, dass die große Mobilitätsrevolution ausgeblieben ist: Schon im August 2020 lag der Anteil an Personen, die keine Veränderungen ihrer arbeitsbezogenen Mobilität, also bei Fahrten zur Arbeit und Dienstreisen, erwarteten, bei etwa 70 Prozent. Dieser Anteil blieb auch für 2021 konstant. Bei freizeitbezogenen Wegen ist laut ISI sogar ein gegensätzlicher Trend auszumachen: Während im Jahr 2020 noch viele Befragte gerade bei Urlauben einen Rückgang ihrer individuellen Mobilität erwarteten, hat sich die Situation im April 2021 umgekehrt und die Mehrheit der Befragten geht nun von einem starken Anstieg aus.

Der Trend zu mehr Freizeitmobilität schlägt sich auch in der Wahl der Verkehrsmittel nieder. 2021 wollen nach Angaben der Studie wieder mehr Menschen das Flugzeug in einer Welt ohne Corona-Einschränkungen nutzen. Überwog im August 2020 in der Summe noch der Anteil der Befragten, die weniger fliegen wollten, den Anteil derer, die häufiger fliegen wollten um 30 Prozent, so ist im April 2021 ein leichtes Übergewicht (6%) bei Plänen zur häufigeren Nutzung des Flugzeugs festzustellen. Immerhin planen aber 2021 noch 18 Prozent der Befragten, mehr Wege zu Fuß zurückzulegen und mit dem Rad zu fahren.

Kleinere Veränderungen in einzelnen Bereichen

In einzelnen Bereichen habe die Pandemie gleichwohl dazu geführt, dass die Menschen nach der Pandemie weniger mobil sein wollten als vorher, heißt es weiter. Hauptgründe seien die effizientere Bündelung verschiedener Wege, Homeoffice und die stärkere Nutzung von Naherholungsmöglichkeiten. Auch scheine ein Teil der Befragten erkannt zu haben, dass sich dienstbezogene Reisen zum Teil durch Alternativen wie Videokonferenzen ersetzen lassen. Sie geben an, dass sie hier im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau etwas weniger mobil sein wollten.

Johannes Schuler, der am Fraunhofer ISI im Competence Center Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme unter anderem zu Mobilitätsfragen forscht, glaubt, die Hoffnung, dass Corona unsere Mobilität in Deutschland grundlegend verändern könnte, sei "vielleicht doch zu optimistisch" gewesen. Die Menschen kehrten größtenteils wieder zu ihren alten Mustern zurück. Viele Menschen hätten während der Pandemie Ausflüge und Fernreisen vermisst – nun sei die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit ein Beitrag zu deren Glück.

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