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15. Juli 2020 | 19:30 Uhr
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Corona-Krise als Chance für Service- und Beratungsgebühren

Der Wert der Service- und Beratungsleistungen werde von den Verbauchern immer besser verstanden, so die Analyse eines "Think Tanks“ des Travel Industry Clubs, die Unternehmensberater Markus Heller moderierte. Außerdem müssten neue Vergütungsmodelle diskutiert werden.

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Zum ersten digitalen "Think Tank“ des TIC hatten sich die Teilnehmer vor den Bildschirmen eingefunden, um in Begleitung der Managementberatung Dr. Fried & Partner über die Veränderungen der Marktstrukturen, primär auf der touristischen Anbieterseite, zu diskutieren.

Obwohl viele Reisebüros derzeit vor allem mit ihrer aktuellen Lage beschäftigt seien, lohne sich der Blick über den Tellerrand, so das einmütige Urteil der Branchenexperten aus allen Sektoren der Touristik. Es gelte für den Vertrieb, "die historische Chance zu nutzen, um grundlegende Veränderungen auf den Weg zu bringen", fasst Berater Heller zusammen.

Gute Chancen für Gebühren

Beispielsweise sollte das Thema Service- und Beratungsgebühren stärker forciert werden, zumal die Reisebüros in den letzten Wochen öffentlich auf ihre Lage und die Hintergründe hätten aufmerksam machen können: Bei Kunden werde der Wert der Service- und Beratungsleistung von Reisebüros immer besser verstanden; das könne die Bereitschaft steigern, dafür auch zu bezahlen. Zudem müsse der Vertrieb seine Sortiments- und Angebotsstrukturen, um in wachsenden Märkten, wie zum Beispiel bei Ferienhäusern, besser mitverdienen zu können.

Im Hinblick auf das Kerngeschäft Pauschalreisen sei unklar, ob die Corona-Krise bei den Kunden eher das Bild der Sicherheit einer Pauschalreise, beispielsweise durch erfolgreiche Rückholaktionen, hinterlassen habe, oder ob das Bild der Pauschalreise eher von "Zwangsgutscheinen" und fehlender Erreichbarkeit der Veranstalter geprägt sei. Hier müsse der Vertrieb aktiver kommunizieren, dass die Pauschalreise einen großen Mehrwert liefere und das richtige Produkt auch für reiseerfahrene Urlauber sei, glauben die Diskussionsteilnehmer.

Verdienen zu viele mit?

Doch nicht nur der Vertrieb hat nach Meinung der Experten seine "Hausaufgaben“ zu machen. Aus Anbietersicht müsse in Frage gestellt werden, ob nicht in der gesamten touristischen Wertschöpfung zu viele Wertschöpfungsstufen beteiligt seien, die das Gesamtsystem zu komplex und teuer machten. Auf diese Weise mache die Touristik frühere Kostenvorteile zunichte. Dass gerade in den preissensiblen Segmenten bisweilen zu viele Akteure mitverdienen wollen, darüber bestand weitgehende Einmütigkeit. Die Frage ist nur, welches das überflüssige Rad am Wagen sein könnte.

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