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24. Januar 2022 | 14:17 Uhr
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Destinationen sind genervt vom Aida-Bubble-Konzept

In den Karibikzielen kommt die Politik von Aida Cruises, Landgänge nur in Form von der Reederei organisierter Ausflüge zuzulassen, nicht gut an. Auf Curaçao verwehrten am Wochenende Taxifahrer Ausflugsbussen mit Aida-Passagieren den Weg aus dem Hafengelände.

Aida Diva von oben Foto Aida Cruises

Von Bord der Diva gelangen Passagiere derzeit nur mit organisierten Ausflügen

Seit Anfang Januar dürfen die Gäste auf Aida-Schiffen keine individuellen Landgänge mehr unternehmen. Wer von Bord gehen will, muss dazu bei der Reederei einen geführten Ausflug buchen. Aida Cruises bezeichnet den Schritt als "zusätzliche Präventionsmaßnahme, um die Risiken der Ansteckung und Verbreitung des Virus bestmöglich zu reduzieren". Nur so könne man die "hohen Hygienestandards auch auf Entdeckungstouren an Land gewährleisten, heißt es von der Reederei zu dem Schritt, der zunächst für Reisen mit Abfahrtsdatum bis 24. Februar gelten soll.

Für Aida Cruises und die Vertragspartner im Ausflugsgeschäft ist die Regel nebenbei eine feine Sache. Ihnen entgehen keine Umsätze aus dem Ausflugsgeschäft mehr und der Druck auf die Passagiere, ein Angebot aus dem Ausflugsprogramm zu buchen, um von Bord zu gelangen, wächst. Für andere Anbieter in den Destinationen, die ihrerseits Ausflugsangebote vorhalten oder von den individuellen Plänen der Besucher profitieren könnten, ist die Aida-Strategie hingegen ein Problem. Kleine Tourenanbieter und die im oder vor dem Hafen stehenden Taxis für Privatfahrten gingen leer aus, obwohl sämtliche Anbieter gesundheitszertifiziert sind und geimpft sein müssten, schreibt eine Reise-vor9-Leserin, die sich mit ihrem Familienunternehmen in der Karibik selbstständig gemacht hat. Aida Cruises nutze hier eine Machtposition aus, wirft sie der Reederei vor.

Landgang "erzwungen"

Anfangs hätten sich einzelne Kapitäne noch getraut, ihre Gästen den individuellen Landgang zu erlauben, berichtet sie. Mittlerweile geschehe dies jedoch nur noch in ganz besonderen Fällen. So hätten auf Curaçao am Wochenende die Taxifahrer gestreikt und die Aida-Busse nicht aus dem Hafengelände gelassen. Daraufhin habe die Reedereien schließlich doch noch private Landgänge erlaubt. Laut dem lokalen TV-Sender Telecuracao hätten von 1.400 Gästen auf der Perla 1.300 Aida-Ausflüge gebucht.

Eine Reise-vor9-Leserin, die über den Jahreswechsel an Bord eines Aida-Schiffes war, berichtet zudem, dass das Bubble-Konzept, das den Kontakt der Aida-Passagiere mit anderen Personen minimieren soll, bei den Ausflügen nicht sehr ernst genommen werde. So seien die Gäste bei einem Ausflug etwa an einen Strand gebracht worden, wo sie sich ungehindert mit anderen Strandbesuchern vermischt hätten, erzählt sie. Andere Anbieter, darunter die US-Reedereien, erlauben ihren Gästen in der Karibik weiterhin individuelle Landgänge.

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