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9. Juli 2020 | 15:09 Uhr
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Deutsche Reedereien starten erste "Cruises to Nowhere"

Kreuzfahrten nach nirgendwo: So heißen Reisen, bei denen ausschließlich Seetage vorgesehen sind. Aida Cruises, TUI Cruises und Hapag-Lloyd Cruises beginnen Ende Juli bis Anfang August mit ersten, kürzeren Törns. Sie starten und enden in deutschen Häfen. Landgänge sind nicht geplant.

Kreuzfahrtschiff Heck

Bei den ersten Reisen müssen die Passagiere an Bord bleiben

TUI Cruises etikettiert die drei-bis viertägigen Kreuzfahrten mit der „Mein Schiff 2“, von denen die erste am 24. Juli in Hamburg ablegen soll, als "Blaue Reisen". "Die Gäste haben so die Möglichkeit das Mein-Schiff-Erlebnis mit dem Premium-Alles-Inklusive-Konzept an Bord zu genießen und sich gleichzeitig eine Auszeit auf dem Meer zu gönnen, selbstverständlich mit einem angepassten und erweiterten Gesundheits- und Sicherheitskonzept", wirbt die Reederei für den Neustart.

Die Auslastung des TUI-Schiffs soll auf 60 Prozent begrenzt und nur Balkonkabinen und Suiten belegt werden. Gäste ab 65 Jahren müssen durch ein ärztliches Attest nachweisen, dass sie fit für die Reise sind. Das hatte unter anderem die EU-Kommission in ihren Ratschlägen zur Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs angeregt.

Viele Stammkunden hätten gefragt, ob TUI Cruises nicht wenigstens Seefahrten wieder aufnehmen könne, sagte CEO Wybcke Meier der "Süddeutschen Zeitung“. Sie glaube, "dass es nach dem Lockdown ein großes Bedürfnis gibt nach Weite, nach Meer, nach dem Horizont". An Bord soll es die Möglichkeit zu Schnelltests auf Covid19 geben, erkrankte Passagiere würden „im Sinne der Gesundheit aller Personen an Bord schnell zur Behandlung in ein geeignetes Krankenhaus an Land“ gebracht, so Meier.

Vorsichtige Prognose

Zu weiteren Plänen gibt sich die Managerin zurückhaltend. Es sei "ein Vorantasten", sagte sie der "Süddeutschen". Am wahrscheinlichsten seien Reisen in den Norden. "Wenn unser Sicherheitskonzept aufgeht, denken wir als nächstes an einwöchige Panoramafahrten in Nord- und Ostsee. Falls es Landausflüge gibt, dann nur organisiert und mit starken Sicherheitsmaßnahmen", so Meier.

Auch bei Hapag-Lloyd Cruises, die nunmehr wie TUI Cruises im Joint Venture von TUI und Royal Caribbean betrieben werden, stehen erste Reisen im August an."Die "Hanseatic Inspiration" soll am 31. Juli erstmals zu fünftägigen Reisen von Hamburg durch den Nord-Ostsee-Kanal und die Flensburger Förde in die Dänische Südsee aufbrechen. Das Schiff werde dann im Kleinen und Großen Belt kreuzen, bevor mit der Passage von Skagen und dem ausgiebigen Kreuzen vor Helgoland Dänemark umrundet wird, teilt die Reederei mit. Die "Europa 2" fährt ebenfalls von Hamburg aus. Eine Route führt entlang der norwegischen Fjorde, die andere über Rügen in Richtung der skandinavischen Schärengärten. Die Auslastung wird wie bei TUI Cruises auf 60 Prozent begrenzt.

Aida startet mit drei Schiffen

Die "Perla" von Aida Cruises startet am 5. August in Hamburg, die "Mar" am 12. August ab Rostock-Warnemünde und die "Blu“ am 16. August von Kiel aus. Die ersten Reisen fänden "mit einer angepassten Passagierkapazität statt", erklärt Aida Cruises, ohne Zahlen zu nennen. Wie die Konkurrenz muss auch der Marktführer bei diesen Reisen auf Landgänge verzichten.

Christian Schmicke

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