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22. November 2019 | 07:00 Uhr
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Endgültiges Aus für Thomas Cook Deutschland

Der Veranstalterbereich wird kommende Woche endgültig eingestellt. Die Mitarbeiter erhalten mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Kündigung. Durch den Verkauf von Unternehmensteilen konnte zuvor rund die Hälfte der gut 2.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

Thomas Cook

Die Mitarbeiter von Thomas Cook in Oberurtsel müssen definitiv auf Jobsuche gehen

In einem Abschiedsschreiben wendet sich die Geschäftsführung der Oberurseler Deutschland-Zentrale, mit CEO Stefanie Berk, Carsten Seeliger (Vertrieb und Marketing) und Stefan Patzak (Finanzen) an die Branche und erklärt, es bestehe nun „traurige Gewissheit“, dass es keine Zukunft für Thomas Cook Deutschland gebe. Damit verlieren auch fast 1.000 Mitarbeiter ihren Job. Die vorläufige Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa", es habe "eine Vielzahl von Interessenten" gegeben, doch viele seien "vor der Größe des Unternehmens und den Kosten der Anlauffinanzierung zurückgeschreckt".

Man wisse, dass Thomas Cook seine Geschäftspartner – "allen voran im Vertrieb, aber auch in den Zielgebieten und bei den Airlines" – in eine "sehr schwierige Situation gebracht" habe, schreibt die Geschäftsleitung. Das Unternehmen habe "bis zum letzten Tag alles daran gesetzt, weiter machen zu können". Nun bitte man "alle von unserem Scheitern betroffenen Partner und Kunden von Herzen um Entschuldigung".

Rettung für Öger, Bucher und Reisebüros

Am Mittwoch hatte Thomas Cook in der Zentrale in Oberursel noch eine Jobbörse organisiert, bei der sich Unternehmen aus der Touristik und anderen Branchen vorstellten und Gespräche führten. Ebenfalls am Mittwoch hatte die türkische Tourismusgruppe Anex Tour die Übernahme von Bucher Reisen und Öger Tours bekanntgegeben. Die Cook-eigenen Reisebüros und die E-Commerce-Plattform geht, wie berichtet, an Galeria Karstadt Kaufhof. Für den Verkauf der GfR in Bochum sowie das Franchise-Reisebüro-System mit Holiday Land und die Franchise-Hotels von Sentido sind die Verhandlungen nach Auskunft der Insolvenzverwalter "weit fortgeschritten". Die Reisebüros und die Hotelmarke will sich DER Touristik einverleiben. Interesse gebe es auch für weitere Vermögenswerte, allen voran die Marke Neckermann Reisen, heißt es.

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