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9. November 2020 | 18:23 Uhr
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Etihad bereitet sich auf dauerhafte Schrumpfkur vor

Der Golfstaaten-Carrier will künftig nur noch eine "mittelgroße Fluggesellschaft" sein und sich auf seine Flotte an Großraumflugzeugen konzentrieren; allerdings ohne den Airbus A380. Die Führungsetage von Etihad Airways wird kräftig ausgedünnt.

Etihad Boeing 787

Etihad muss massiv schrumpfen

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Das waren noch Zeiten, als der Fluggesellschaft aus Abu Dhabi kein Ziel zu groß sein konnte. Im Akkord beteiligte sie sich an anderen Airlines, um im Zuge einer groß angelegten, weltweiten Expansionsstrategie behördliche Restriktionen zu umgehen, die ihre Start- und Landerechte begrenzten. Schon vor Corona zeigte sich allerdings, dass die Strategie nicht aufgegangen war. Kostspielige Beteiligungen an späteren Pleite-Airlines wie Alitalia und Airberlin, der indischen Jet Airways und der serbischen JAT kosteten Substanz. 5,6 Milliarden Dollar habe Etihad schon vor Corona seit 2016 verbrannt, berichtete das "Handelsblatt“ im Mai.

Weil die Strategie nicht aufgegangen war, tauschte das Herrscherhaus von Abu Dhabi, dem Etihad gehört, 2017 die Führungsspitze aus; der langjährige CEO James Hogan musste gehen. Seither kursieren immer mal wieder Gerüchte, Etihad könnte mit dem Rivalen Emirates aus dem benachbarten Dubai fusionieren, doch bislang ist es dazu nicht gekommen.

A380 ist raus

Nun aber sieht sich der Carrier erneut zum Handeln gezwungen. Man brauche eine flachere, schlankere, skalierbare Struktur, heißt es in einer Mitteilung der Airline vom Sonntag. Bereits im Oktober hatte Etihad eingeräumt, dass sie für 2021 nicht mehr mit dem Airbus A380 plane, von dem sie zehn Exemplare besitzt. Über die Reaktivierung der Teilflotte denke man erst dann nach, wenn es die Nachfrage auf den entsprechenden Strecken erlaube.

Kahlschlag im Management

Nun setzt der einst so angriffslustige Golfstaaten-Carrier den Rotstift beim Management an. Gehen müssen unter anderem Chief Commercial Officer Robert Kamark und Vertriebsdirektor Duncan Bureau. Auch Chief Transformation Officer Akram Alami muss seinen Hut nehmen, ebenso Mutaz Saleh, der für Compliance und Risikobewertung zuständig ist. Ihre Rollen werden innerhalb des übrigen Managements verteilt.

"Wir können nicht fortfahren, uns an einer Marktentwicklung zu orientieren, die sich für die absehbare Zukunft geändert hat", begründet CEO Tony Douglas den Kahlschlag. Etihad müsse entschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Geschäftsmodell anzupassen und sich als "stolzer mittelgroßer Carrier" zu positionieren.

Christian Schmicke

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