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5. Juni 2026 | 14:39 Uhr
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EU sieht vorerst keine Kerosinknappheit in Europa

Europa muss trotz der Energieverwerfungen durch den Iran-Krieg vorerst nicht mit Engpässen bei Kerosin rechnen. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas (Foto) sieht keine Anzeichen für eine Knappheit in den kommenden Monaten. Die hohen Preise treffen Airlines dennoch hart; erste Strecken fallen weg, höhere Ticketpreise könnten folgen.

Tzitzikostas Apostolos

EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas sieht für die kommenden Monate beim Kerosin kein Verfügbarkeits-, sondern ein Kostenproblem

Tzitzikostas sagte der Nachrichtenagentur Reuters, aktuell herrsche in Europa keine Kerosinknappheit. Auch für die nächste Zeit lägen der EU keine entsprechenden Hinweise vor. Am ehesten gefährdet seien nach seiner Einschätzung Regionalflughäfen.

Die Straße von Hormus ist seit drei Monaten weitgehend geschlossen. Dadurch fehlen nach Reuters-Angaben rund 14 Millionen Barrel Öl pro Tag, etwa 14 Prozent der weltweiten Nachfrage. Die EU konnte die Ausfälle bislang auffangen, weil nur rund ein Fünftel ihrer Kerosinimporte aus dem Nahen Osten stammt. Lieferungen aus den USA und Nigeria füllen große Teile der Lücke.

Kosten treiben Streckenstreichungen

Das Problem liege weniger in der Verfügbarkeit als im Preis, so Tzitzikostas. Die International Air Transport Association beziffert den Anteil von Kerosin an den Betriebskosten der Airlines auf 25 bis 30 Prozent.

Deshalb strichen einige Fluggesellschaften bereits Verbindungen, die wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergäben, sagte der EU-Kommissar. Passagiere könnten die Folgen später spüren. Viele Airlines sind aktuell noch über Absicherungsgeschäfte geschützt; wenn diese auslaufen, könnten höhere Preise stärker auf die Tarife durchschlagen. Die Lage sei dabei von Airline zu Airline sehr unterschiedlich.

Notreserven bleiben unangetastet

Mit Blick auf das Jahresende hält Tzitzikostas die Lage für „sehr schwierig“, falls die Lieferungen aus dem Nahen Osten weiter gestört bleiben. Der Krieg müsse enden und die Straße von Hormus so schnell wie möglich wieder öffnen.

Europa sei vorbereitet, betonte der Kommissar. Die Mitgliedstaaten verfügten über Notvorräte, deren Freigabe die Kommission koordinieren würde. Eine Umverteilung der Reserven müsse derzeit aber nicht diskutiert werden. Für den Moment gebe es "ein gewisses Maß an Stabilität".

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