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12. Juni 2019 | 07:00 Uhr
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Mailen

Eurowings und Ryanair drohen neue Streiks

Bei der Lufthansa-Tochter erklärten 80 Prozent der befragten Flugbegleiter, die in der Gewerkschaft Verdi organisieret sind, sie würden sich an Arbeitskampfmaßnahmen für die Einsetzung einer neuen Personalvertretung beteiligen. In Großbritannien sprachen sich 90 Prozent der Ryanair-Piloten bei einer Befragung der Gewerkschaft BALPA zugunsten von Streiks für bessere Konditionen aus.

Bei  Eurowings stocken nach Verdi-Angaben die Tarifverhandlungen um die Einsetzung einer neuen Personalvertretung. Nach fünf Verhandlungsrunden ohne Einigung habe die Gewerkschaft ihre Mitglieder zum Verhandlungsstand befragt. 90 Prozent sprächen sich für einen verbesserten Tarifvertrag aus, so die Arbeitnehmervertreter. Über 80 Prozent seien bereit, sich an Arbeitskampfmaßnahmen zu beteiligten, um die gesetzlichen Standards zu erreichen.

Mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde am 12. Juni in Düsseldorf erklärt Verdi-Verhandlungsführer Volker Nüsse, nur wenn die Gegenseite sich jetzt bewege, bestehe eine Chance, noch vor den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen im Juli zu einer Einigung zu gelangen. Seit Mai dieses Jahres gilt eine Gesetzesänderung im Betriebsverfassungsgesetz, die von der Bundesregierung im vergangenen Jahr als "Lex Ryanair" auf den Weg gebracht wurde. Damit sollten gleiche Rechte und eine "Betriebsratsgarantie" für das fliegende Personal ermöglicht werden. Für das Kabinenpersonal bei Eurowings kommt diese Regelung allerdings nur zum Tragen, wenn auch die Airline in einem Tarifvertrag zustimmt. Hintergrund ist hierbei eine noch bestehende tarifliche Regelung, die laut Verdi die gesetzlichen Mindeststandards "an vielen Stellen unterläuft". So bestehe die Vertretung lediglich aus fünf statt den gesetzlich vorgesehenen fünfzehn Mitgliedern. Die Mitbestimmungsrechte seien zudem so sehr beschnitten, dass die Überwachung der gesetzlichen und tariflichen Regelungen permanent an Grenzen stoß.

Beim irischen Billigflieger Ryanair haben sich nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" 90 Prozent der stimmberechtigten Piloten in einer Befragung für Streiks ausgesprochen, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. "Reuters" berucht sich dabei auf einen Brief der Gewerkschaft BALPA an ihre Mitglieder. Unklar blieb demnach allerdings, wie viele Piloten an der Befragung teilnahmen. BALPA werde am Dienstag mit Ryanair Gespräche führen, heißt es. Gewerkschaft und Airline hätten die Angelegenheit zunächst nicht kommentiert.