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11. April 2019 | 07:00 Uhr
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Flugsicherung ergreift Maßnahmen für mehr Kapazität

Unter anderem habe man die Zahl der Lotsen-Auszubildenden auf 122 in diesem und 146 im nächsten Jahr erhöht. Außerdem würden Fluglotsen von Sonderaufgaben, beispielsweise für Projekte, entlastet, damit sie mehr Zeit an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz verbringen könnten.

DFS Langen

Höhere Belastung als geplant. Deutsche Flugsicherung

Zudem gebe es zusammen mit der europäischen Flugsicherungsagentur Eurocontrol eine Initiative, um den Flugverkehr besser zu verteilen. Dazu zählt die Flugsicherung auch die Umfliegung besonders stark belasteter Lufträume und die Nutzung tiefer gelegener Lufträume. Beides erhöht den Treibstoffverbrauch und damit auch die Umweltbelastung sowie die kosten der Airlines. Eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) zu zusätzlichen Überstunden gibt es dagegen noch nicht. Die am Montag begonnenen Gespräche seien aber sehr konstruktiv verlaufen, zeigte sich DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle optimistisch.

Das bundeseigene Unternehmen präsentierte seine Maßnahmen im Zuge einer Bilanz für das Jahr 2018. Im vergangenen Jahr wickelte die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH 3,346 Millionen Flüge ab – so viele wie nie zuvor. Das Sicherheitsniveau ist trotz des starken Anstiegs der Flugbewegungen unverändert hoch, versichert die DFS.

Weniger Umsatz trotz mehr Flügen

Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die DFS trotz eines Verkehrsanstiegs um 4,2 Prozent einen Rückgang der Umsatzerlöse von 1,19 auf 1,18 Milliarden Euro. Grund dafür sei ein Rückgang der Gebühreneinnahmen, der aus einer Senkung der Gebührensätze resultiere, sagte Scheurle. Insgesamt musste der DFS-Konzern im Jahr 2018 einen Verlust von 30,1 Millionen Euro hinnehmen, nach einem Gewinn von 30,8 Millionen Euro im Vorjahr. Neben den sinkenden Gebühreneinnahmen sei dies vor allem auf einen gestiegenen Personalaufwand zurückzuführen, so Scheurle.

Rückgang bei Pünktlichkeit

88,7 Prozent aller Flüge unter Kontrolle der DFS seien 2018 ohne flugsicherungsbedingte Verspätungen ans Ziel gekommen, teilt das Unternehmen mit. In den Vorjahren hatten die Pünktlichkeitswerte über 90 Prozent gelegen. Nach der Bilanz der Flugsicherung stiegen die von ihr verursachten Verspätungen von 0,5 Minuten 2017 auf 1,23 Minuten pro Flug im vergangenen Jahr. Angestrebt wird ein Wert von höchstens 0,25 Minuten.

Als Hauptgrund für den Rückgang bezeichnet Scheurle das „bereits im fünften Jahr in Folge stark gestiegene Verkehrsaufkommen“. Es liege deutlich über den Prognosen, auf denen die EU-Regulierungsvorgaben und damit die Planungen der DFS beruhten. Flugsicherungsbedingte Verspätungen entstünden, wenn der Flugverkehr gesteuert werden müsse. Dies diene auch der Sicherheit, damit Fluglotsen nicht in eine potenziell gefährliche Überlastsituation gerieten, so der DSF-Chef.

Auch in diesem Jahr dürfte sich daran wenig ändern. Von einem "Flugchaos" will Scheurle dennoch nichts wissen. "Es gibt kein Chaos. Wir schaffen als Flugsicherung Ordnung am Himmel. Aber genau diese Ordnung generiert manchmal Verspätungen."

Täglich 420 Flüge mehr

Die Flugsicherung rechnet für dieses Jahr mit insgesamt 3,5 Millionen Flugbewegungen. Das entspricht einer Verkehrssteigerung von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit muss sie durchschnittlich 420 Flüge mehr pro Tag abarbeiten als im Jahr 2018, was etwa der Verkehrsmenge des Flughafens Hamburg entspreche.

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