Fraport und Lufthansa geben Entwarnung bei Kerosinversorgung
Fraport-Chef Stefan Schulte und Lufthansa-CCO Dieter Vranckx sehen derzeit keine Gefahr für die Kerosinversorgung im Sommer. Schulte rechnet in Europa und Deutschland in den nächsten Monaten mit ausreichend Flugbenzin. Vranckx nennt für die sechs Lufthansa-Drehkreuze keine Warnzeichen der Lieferanten.
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Der Frankfurter Flughafen und Lufthansa befürchten zum Sommer keine Kerosinknappheit
Der Chef des größten deutschen Airports, Schulte, und Lufthansas Chief Commercial Officer Vranckx versuchen, die Debatte über einen möglichen Kerosinengpass zu entschärfen. Schulte sagt im Handelsblatt-Interview (Abo), er gehe davon aus, dass Europa und Deutschland in den nächsten Monaten ausreichend Flugbenzin haben werden. Wenn es gut laufe, gelte das auch bis zum Jahresende.
Auch Lufthansa sieht keine akute Gefahr. An den sechs europäischen Drehkreuzen der Gruppe – Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom – sowie an anderen Flughäfen im Ausland gebe es von Lieferanten keine Hinweise auf eine gefährdete Treibstoffversorgung im Sommer, erklärt Vranckx.
Ersatzlieferungen aus anderen Regionen
Nach seinen Worten muss nur knapp ein Viertel der für Europa bestimmten Kerosinlieferungen die blockierte Straße von Hormus passieren. Ausbleibende Mengen würden stärker durch Importe aus Nordamerika und Afrika ersetzt. Zudem hätten europäische Raffinerien ihre Kerosinproduktion auf das Maximum hochgefahren.
Schulte verweist gleichwohl auf Unsicherheiten. Kerosin sei Teil eines Weltmarkts, nationale Monitoringsysteme seien schwierig. Flughäfen bestellten den Treibstoff nicht selbst; das machten die Airlines. Für Flughafenbetreiber bleibe das Risiko, dass bei weniger Flugverkehr Erlöse wegfallen, während Fixkosten weiterlaufen.
Umbuchung oder Geld zurück
Beide Manager betonen, Urlauber müssten derzeit nicht um ihre Flüge fürchten. Sollte es wider Erwarten zu Engpässen und Flugausfällen kommen, sollen Kunden umgebucht werden oder den vollen Ticketpreis zurückerhalten. Diese Regeln gälten für alle Airlines der Lufthansa Group, so Vranckx.
Schulte hält auch die Sorge, irgendwo zu stranden, für unbegründet. Länder wie Indien oder China arbeiteten mit Reserven professionell. Ein Flugzeug, das dort landen dürfe, könne auch wieder zurückfliegen.