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30. März 2020 | 07:00 Uhr
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Geld für vor der Insolvenz gebuchte Condor-Flüge ist futsch

Darauf wurde Reise vor9 anhand eines Fallbeispiels aufmerksam. Die Fluggesellschaft, die nach der Insolvenz des Mutterunternehmens Thomas Cook unter einem Schutzschirmverfahren fliegt, darf vor der Pleite verbuchte Zahlungen nicht wieder herausrücken. Das wird nun bei Flugabsagen und Stornierungen zum Problem.

Condor Boeing 767

Condor darf vor der Cook-Pleite eingenommene Gelder nicht zurückzahlen

Eigentlich ist die Sache klar. Muss eine Fluggesellschaft eine Verbindung absagen, erhalten die Kunden den Flugpreis zurück. Wenn ein Kunde seinen Flug aktiv storniert, gilt je nach Buchungsklasse und Dauer bis zum geplanten Abflug, dass der Ticketpreis voll, anteilig oder gar nicht zurückerstattet wird. Doch angesichts der ohnehin schon schwierigen Situation, in der sich der Ferienflieger Condor derzeit befindet, gibt es da einen Haken.

Ansprüche auf Beträge, bei denen die Buchung vor dem 26. September stattgefunden hat, werden nicht erstattet, sondern müssen als Gläubigerforderung unter https://condor-forderungen.de/login eingereicht werden. Den strenggenommen zählen diese Einnahmen zur Insolvenzmasse des Unternehmens. Das schlägt nun bei langfristigen Buchungen, die in diesen Tagen und Wochen hinfällig werden, durch.

Eine Condor-Sprecherin bestätigte den Sachverhalt und ergänzte, dass die Airline bei strenger Auslegung der Richtlinien vor der Insolvenz gebuchte Kunden nicht einmal auf der Basis ihrer früheren Buchung hätte befördern dürfen. Doch dieses Thema habe man lösen können. Anders sieht es mit der Rückzahlung vor der Pleite gezahlter Beträge aus; selbst wenn die Leistung, also der Flug, nun entfällt. Denn bei einer Rückzahlung würde es sich um eine verbotene Gläubigerbegünstigung handeln.

Im Gespräch mit Reise vor9 versichert die Sprecherin, dass Condor bemüht sei, mit Kunden und Partnern alternative Lösungen, zum Beispiel auf der Basis von Umbuchungen auf spätere Termine, zu finden. "Unser gesamtes Team hat in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten extrem viel geleistet", sagt sie. Die durch die Pleite von Thomas Cook bedingten Auswirkungen auf die aktuelle Situation könne man aber nicht steuern.

Christian Schmicke

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