Geschäftsklima in der Touristik verschlechtert sich im Juni
Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Veranstaltern hat sich im Juni weiter eingetrübt. Der Indikator des Ifo-Instituts sank gegenüber dem Mai von minus 30,3 auf minus 32 Punkte. Zugleich bleibt die Nachfrage nach Reisen zu Zielen im Mittelmeerraum stabil, während Fernziele verlieren.
Ifo-Institut
Die Stimmung bei Reisebüros und Veranstaltern hat sich im Juni eingetrübt
Vor der Eskalation im Nahen Osten hatte der Branchenindikator im Februar noch bei minus 15,6 Punkten gelegen. Der deutliche, wenngleich wenig überraschende Rückgang spiegelt nach Einschätzung des Ifo-Instituts die Verunsicherung vieler Reisender zu Beginn des Iran-Konflikts.
Ifo-Branchenexperte Patrick Höppner hält Nachholeffekte dennoch für möglich. Kunden, die Buchungen im Frühjahr aufgeschoben hätten, könnten sich in der Sommerhauptreisezeit noch kurzfristig für Urlaub entscheiden, vermutet er.
Mittelmeerziele bleiben gefragt
Die Passagierzahlen zeigen für den Mittelmeerraum ein stabiles bis positives Bild. Von Januar bis Mai flogen von deutschen Hauptverkehrsflughäfen 4,2 Prozent mehr Reisende nach Kroatien, 3,6 Prozent mehr nach Griechenland und 2,7 Prozent mehr in die Türkei.
Italien legte um ein Prozent zu, die Nachfrage für Spanien blieb nahezu unverändert. Insgesamt sank die Zahl der Flugreisenden allerdings um 0,2 Prozent. "Im Gegensatz zum Mittelmeerraum verlieren derzeit viele Fernreiseziele an Attraktivität", sagt Höppner.
Preisdruck lässt nach
Die Zahl der Reiseunternehmen, die in den kommenden Monaten mit steigenden Preisen rechnen, ist ebenfalls gesunken. Auch die Preiserwartungen der Branche pendelten sich im Juni auf einem niedrigeren Niveau ein. Als wichtigen Grund führt das Ifo-Institut gesunkene Preise für Flugkerosin im Mai und Juni an. Sie liegen allerdings weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar und könnten bei einer weiteren Verschärfung des Konflikts zwischen den USA, Iran und Israel erneut deutlich anziehen, wie die Entwicklung der Ölpreise im Juli bereits zeigt.
Für die Verbraucher bleibt Fliegen teurer. Tickets ins europäische Ausland kosteten im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.