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3. Februar 2021 | 14:35 Uhr
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Hacker schickten Aida Cruises Erpresser-Mail

Die Cyber-Attacke, die die Reederei zur Absage geplanter Silvesterkreuzfahrten mit der "Aida Perla" und "Aida Mar" zwang, sei von einer E-Mail begleitet gewesen, in der Aida Cruises dazu aufgefordert wurde, mit den Absendern Kontakt aufzunehmen, erklärt die Staatsanwaltschaft Rostock. Die Reederei habe darauf nicht reagiert.

Aida Cruises Firmensitz

Aida Cruises spielte die Dimension des erfolgten Hackerangriffs zunächst herunter

Die neuen Details zum Hacker-Angriff auf die Rostocker Reederei Aida Cruises werden rund fünf Wochen nach der Attacke bekannt, mit deren Folgen das Unternehmen noch immer zu kämpfen hat. Laut den zuständigen Ermittlern der Staatsanwaltschaft in Rostock hätten die mutmaßlichen Erpresser zwar keine konkreten Forderungen gestellt, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Allerdings sei eine Erpresser-Mail auf einem der infizierten Rechner im Reedereinetzwerk gefunden worden, in der "Aida aufgefordert wird, mit den Absendern Kontakt aufzunehmen", erklärte der Rostocker Oberstaatsanwalt Harald Nowack gegenüber der "Ostsee Zeitung“. Eine konkrete Forderung, beispielsweise eine Summe, sei darin nicht genannt worden. Auf die E-Mail habe die Reederei aber nicht reagiert.

Die unbekannten Täter hatten das System der Reederei am ersten Weihnachtsfeiertag mit einer sogenannten Ransom-Software attackiert. Das Schadprogramm behinderte unter anderem die Bezahlsysteme an Bord der Kreuzfahrtschiffe sowie den Zugriff auf die Passagierlisten und Flugdaten der anreisenden Gäste. Deshalb mussten die geplanten Silvesterkreuzfahrten mit den Schiffen "Aida Perla" und "Aida Mar" sowie weitere Reisen abgesagt werden. Von Aida Cruises hieß es zunächst nur, es handele sich um ein IT-Problem.

Laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" steht unter anderem das Buchungssystem bis heute nicht zur Verfügung. Experten versuchten, den Schaden zu beheben, heißt es. Außerdem sei ungewiss, ob Daten aus dem Netzwerk der Reederei kopiert wurden und wer die Täter sind, zitiert die "Ostsee Zeitung" den Oberstaatsanwalt. Sie könnten aus dem Ausland oder aus Deutschland stammen. Aida Cruises plant bislang, vom 6. März an wieder mit mehreren Schiffen von Gran Canaria und Mallorca aus zu reisen.

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